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15.07.2011

14:13 Uhr

Netztochter Amprion

RWE will Sperrminorität langfristig behalten

Nach dem Verkauf der Tochter Amprion will RWE zumindest eine Sperrminorität behalten. Den Investoren kommt das entgegen.

Amprion betreibt das längste Höchstspannungsnetz Deutschlands. Quelle: dpa

Amprion betreibt das längste Höchstspannungsnetz Deutschlands.

Düsseldorf/FrankfurtDer Energieversorger RWE strebt über eine Zusammenarbeit mit dem Gazprom-Konzern hinaus keine größere Beteiligung für die Russen an. „Spekulationen über einen Einstieg von Gazprom bei RWE als Ankeraktionär weisen wir zurück“, sagte eine Konzernsprecherin am Freitag. Dies sei auch nicht Gegenstand der am Vortag unterzeichneten Absichtserklärung für eine strategische Partnerschaft. RWE tritt damit auch Bedenken von Wettbewerbshütern entgegen. Bei einer direkten Beteiligung von Gazprom an RWE dürften die zu erwartenden Vorbehalte gegenüber einer Partnerschaft bei den Kartellbehörden noch größer werden.

Die Konzerne wollen prüfen, ob sie bestehende oder neue Steinkohle- und Gaskraftwerke in Deutschland, Großbritannien und den Benelux-Staaten in ein Joint Venture einbringen. „Eine Verbindung zwischen Gazprom und RWE müsste man sich unter kartellrechtlichen Gesichtspunkten sehr genau ansehen“, hatte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, gesagt. Die Meinung der Analysten gehen auseinander. Merck-Finck-Analyst Theo Kitz hält für es sehr wahrscheinlich, dass die Konzerne kartellrechtliche Probleme bekommen. LBBW-Experte Bernhard Jeggle rechnet hingegen mit einer Freigabe für das Joint Venture, da Gazprom nicht an RWE beteiligt sein würde.

Die Bundesregierung hatte erklärt, dass es den Unternehmen freistehe, worüber sie beraten, „sofern kartellrechtliche und außenwirtschaftliche Regeln eingehalten werden“. Am Freitag verlautete aus Regierungskreisen in Berlin, dass bei den deutsch-russischen Regierungskonsultationen Anfang kommender Woche in Hannover auch Kooperationen zwischen Energiefirmen zur Sprache kommen könnten „Es ist durchaus möglich, dass bei den Gesprächen die Zusammenarbeit Eon/Gazprom, auch RWE/Gazprom eine Rolle spielen“, hieß es.

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