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19.08.2011

11:09 Uhr

Neuausrichtung

Dramatischer Kursverlust bei Solar Millennium

Die Solar-Millenium-Aktie verliert zeitweise über 60 Prozent. Grund ist die Absage des Großkraftwerkbaus in Kalifornien und die Neuausrichtung des Unternehmens auf kleinere Photovoltaik-Anlagen.

Ein solarthermisches Kraftwerk von Solar Millenium in Kalifornien. Quelle: dpa/picture alliance

Ein solarthermisches Kraftwerk von Solar Millenium in Kalifornien.

FrankfurtDer Verluste schreibende Kraftwerksentwickler Solar Millennium will mit einem neuen Geschäftsmodell aus der Bredouille kommen. Firmenchef Christoph Wolff kündigte an, künftig stärker auf kleinere Photovoltaik(PV)-Anlagen zu setzen statt auf die Entwicklung milliardenschwerer solarthermischer Großkraftwerke. „Ich erwarte so mehr Aufträge und eine Verstetigung der Einnahmen“, sagte Wolff. Mit Banken wird seinen Angaben zufolge derzeit über eine neue Unternehmensfinanzierung verhandelt. Der Manager bezifferte die langfristigen Schulden der Firma auf rund 250 Millionen Euro.

Im ersten Halbjahr des Bilanzjahres 2010/11 war Solar Millennium - zuletzt wegen Insider-Verdachts ins Visier von Ermittlern geraten - tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Wolff begründete dies mit Verzögerungen bei der Abrechnung von Projekten. Im Zeitraum November bis April fiel operativ ein Verlust (Ebit) von 32,6 (Vorjahr: minus 25,1) Millionen an. Die Betriebsleistung schrumpfte um 20 Prozent auf 34,6 Millionen Euro.

CSP-Großkraftwerk in Kalifornien abgeblasen.

Den über Jahre geplanten solarthermischen Kraftwerksbau in Kalifornien, für den Solar Millennium Kreditgarantien der Obama-Administration über 2,1 Milliarden Dollar erhalten hatte, blies Wolff ab. „Aufgrund des starken Verfalls der PV-Preise kamen wir mit dem kalifornischen Energieversorger darin überein, die Stromabnahmeverträge auf PV umzustellen“. In einem ersten Schritt sollen nun die ersten beiden 250-Megawatt(MW)-Anlagen errichtet werden. Einnahmen würden aber erst im kommenden Jahr daraus erzielt. Wegen der Entscheidung für die deutlich kostengünstigere Variante werde die Firma die US-Kreditgarantie nicht in Anspruch nehmen, sondern die Finanzierung über Banken und Modulhersteller stemmen, erklärte Wolff.

Ursprünglich sollte im kalifornischen Blythe der größte Solarkraftwerksstandort der Welt entstehen. Auf einer Fläche von 24 Quadratkilometern sollten in den kommenden Jahren vier Parabolrinnenkraftwerke mit jeweils 242 MW gebaut werden, die deutlich effizienter sind als PV-Kraftwerke vor allem wegen ihrer Speicherfähigkeit. Diese Pläne und die Aussicht auf sprudelnde Einnahmen hatten seinerzeit den Börsenkurs von Solar Millennium beflügelt. Nach deren Absage brach der Kurs um mehr als zwei Drittel ein und notierte am Freitag noch bei 3,81 Euro.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

19.08.2011, 12:04 Uhr

Zitat:
In der Wüste Kaliforniens will der Kraftwerksentwickler das größte Solarkraftwerk der Welt bauen - und muss mitten im Vorzeigeprojekt von vorn anfangen. Die Solar-Millenium-Aktie verliert falst ein Drittel an Wert.
Zitat Ende:

So geht es fast allen PV-Unternehmen!!!
Sie sind heute nicht mal mehr das Papier Wert, auf dem sie gedruckt sind.

Zitat:
Bislang sollte eine spezielle Technik mit Spiegeln verwendet werden - Solarthermie oder Concentrated Solar Power (CSP) genannt. Bei dieser effizienteren Technik gilt Solar Millennium als Experte. Nun wechselt das angeschlagene Unternehmen zu ganz gewöhnlichen Fotovoltaikmodulen - und schickte die Aktie am Donnerstag 29 Prozent in den Keller.
Zitat Ende:

sie sind eben in der Realität angekommen; ausgeträumt!

Quelle: FTD
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:wechsel-zur-fotovoltaik-neues-drama-bei-solar-millennium/60092951.html

Account gelöscht!

19.08.2011, 12:30 Uhr

Wer vor 3 Jahren 100 Aktien von Solar Millenium gekauft hat, zum damaligen Preis von 35€/Aktie und hoffte, daß der Kurs durch die Decke geht, wurde von der Realität eingeholt.
Heute liegt der Kurs bei 4,28€.

Q-Cells liegt bei 0,84€.
Vor 1 Jahr lagen sie noch bei 6,22€

Die Grünlinge wurden von der Realität eingeholt!

Account gelöscht!

19.08.2011, 12:51 Uhr

Wenn die Sonne untergeht:

Zitat:
Eine Pleite in den USA schreckt die Solarbranche auf. Wie ein Schock wirkte die Insolvenz der in Marlboro, Massachusetts, sitzenden Firma Evergreen Solar. Das führte am Dienstag in der Branche zu heftigen Verkäufen von Solaraktien an der Frankfurter Börse. Die Anleger fürchten ähnliche Ereignisse in Deutschland. "Das ist kein gutes Signal für hiesige Solarfirmen, die genauso unter dem globalem Kosten- und Preisdruck leiden", sagt ein Händler.
Zitat Ende:

So etwas nennt man: "Marktwirtschaft".

Zitat:
Die Märkte leiden unter massiven Überkapazitäten und darunter, dass in führenden Solarmärkten wie Deutschland bisher gezahlte öffentliche Subventionen gestrichen wurden.

Ausgerechnet in diesen schwierigen Zeiten verlässt der Finanzvorstand Oliver Blamberger die deutsche Firma Solar Millennium.
Zitat Ende:

Tja, wenn die Subventionen heruntergefahren werden, leitet die Branche.

PS: Ohne diese Milliardensubventionen hätte es diese Brance hier nie gegeben!

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