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15.04.2013

13:45 Uhr

Neue Absatzmärkte

Baubranche setzt auf China und USA

Die europäische Rezession hemmt auch die Baubranche – deswegen orientiert sie sich gen Amerika und Asien. Die Stimmung auf der weltgrößten Baumesse ist jedoch alles andere als optimistisch.

Imposant: Bei der weltgrößten Fachmesse für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte gibt es einiges zu sehen. dpa

Imposant: Bei der weltgrößten Fachmesse für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte gibt es einiges zu sehen.

MünchenDie deutsche Baubranche hofft angesichts der Rezession in vielen Ländern Europas auf Geschäfte in Übersee. Während in Schwellenländern die boomende Wirtschaft auch den Bau auf Touren bringt, haben westliche Industriestaaten etwa ihre Straßen zu lange vernachlässigt und müssen handeln. „Unter den industrialisierten Ländern erwarten wir für die USA den größten Wachstumsschub“, sagte der Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, Thomas Bauer, am Montag in München zum Start der weltgrößten Baumesse bauma.

Wenig Hoffnung auf eine schnelle Besserung hat Bauer für die von der Eurokrise gebeutelten Länder Südeuropas. Doch auch auf dem Heimatkontinent könne die Bauindustrie derzeit nicht zu sehr klagen. So sei die Lage in Deutschland gut, auch Polen biete beispielsweise gute Perspektiven. Treiber der Branche ist hierzulande vor allem der Wohnungsbau. Die stetig steigende Nachfrage nach Immobilien beschere den Firmen viel Arbeit, die Branche sei mit dem höchsten Auftragsbestand seit 1999 in das Jahr gestartet, sagte Bauer.

Größte Baumaschinenhersteller der Welt (Umsatz 2011)

35 Milliarden Dollar

Caterpillar (USA)

21,8 Milliarden Dollar

Komatsu (Japan)

10 Milliarden Dollar

Volvo (Schweden)

10 Milliarden Dollar

Hitachi (Japan)

7,9 Milliarden Dollar

Liebherr (Schweiz/Deutschland)

7,9 Milliarden Dollar

Sany (China)

7,2 Milliarden Dollar

Zommlion (China)

6,5 Milliarden Dollar

Terex (USA)

5,8 Milliarden Dollar

Doosan (Korea)

5,4 Milliarden Dollar

John Deere (USA)

Quelle: KHL Group via statista.de

Gebremst wurde sie hierzulande allerdings vom Wetter. „Das Baujahr hat 2013 spät angefangen“, sagte Bauer. Der strenge Winter habe einige Projekte verschoben. „Aber damit müssen wir leben und damit können wir leben.“ In allen Sparten erwarte er 2013 Umsatzwachstum. Die Entwicklung kommt auch dem Baumaschinenbau zu gute, der sich zusammen mit der Baubranche auf der Bauma 2013 präsentiert - und ebenfalls Optimismus verbreitet.

Allerdings bekommt die Branche die Verwerfungen in Europa zu spüren. Ob in Griechenland, Italien, Frankreich oder Portugal, im Süden gehe es weiter bergab. „In Spanien tut sich praktisch überhaupt nichts mehr“, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (vdma), Thomas Lindner. Dank der großen Nachfrage in Übersee rechnet Lindner dennoch mit einem moderaten Wachstum in diesem Jahr, von den Rekordständen vor der Finanzkrise 2008/2009 sei die Branche aber noch immer weit entfernt. 2012 machte sie einen Umsatz von rund 12,5 Milliarden Euro.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Doch auch außerhalb Europa hat der Baumaschinenbau Sorgen, trotz der wachsenden Nachfrage in vielen Schwellenländern - die Firmen bekommen zunehmend Konkurrenz, vor allem in China. Dort brach der Absatz im vergangenen Jahr um ein Viertel ein, auch wenn es in der zweiten Hälfte besser lief als in der ersten. „Gerade im Bereich der Standardmaschinen haben die Chinesen in den letzten Jahren jedoch erheblich aufgeholt“, sagte Lindner. „Für viele unserer Unternehmen sind sie mittlerweile zu ernsthaften Wettbewerbern geworden.“

Das zeigt sich auch auf der Bauma: Nach Deutschland und Italien steht China bei der Zahl der Aussteller mit 323 auf dem dritten Rang. Die weltgrößte Baumesse ist alle drei Jahre in München der wichtigste weltweite Branchentreff. Noch bis zum 21. April können Besucher in 16 Hallen und auf einem umfangreichen Freigelände mehr als 3400 Aussteller aus 57 Ländern besuchen.

Von

dpa

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