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14.01.2011

09:11 Uhr

Neue Arbeitsregeln

Marchionne muss Machtprobe bei Fiat überstehen

VonKatharina Kort

Chrysler-Chef Sergio Marchionne lässt die Mitarbeiter im heimischen Fiat-Stammwerk über neue, härtere Arbeitsregeln abstimmen. Bei einem Nein droht Marchionne damit, die Produktion ins Ausland zu verlegen. Derweil hat sich VW-Patriarch Ferdinand Piech zu dem schwelenden Streit um die Lkw-Töchter geäußert.

Proteste von Fiat-Mitarbeitern in Turin: Sie sollen härteren Arbeitsregeln zustimmen - sonst werde die Produktion verlegt. Reuters

Proteste von Fiat-Mitarbeitern in Turin: Sie sollen härteren Arbeitsregeln zustimmen - sonst werde die Produktion verlegt.

MAILAND. Während Sergio Marchionne in den USA als Chrysler-Chef Erfolge feiert, brennt es im heimischen Fiat-Stammwerk Mirafiori in Turin. Seit gestern Abend lässt Marchionne, der Fiat und Chrysler in Personalunion führt, die Mitarbeiter von Mirafiori per Referendum über seine neuen Arbeitsregeln abstimmen.

Stimmen sie zu, investiert Fiat eine Milliarde Euro in das Werk, um dort in Zukunft neue Modelle der Marken Alfa Romeo und Jeep zu produzieren. Stimmen sie dagegen, will der Vorstandsvorsitzende die Produktion ins Ausland verlegen. Zuletzt bekam er dabei sogar Rückendeckung vom Premierminister: "Wenn das Nein gewinnt, wäre es richtig, zu gehen", sagte Silvio Berlusconi.

Mit den neuen Regeln bricht Marchionne mit dem landesweit gültigen Tarifvertrag. Ihm geht es um längere Schichten bei höherem Gehalt, um flexiblere Arbeitszeiten und um strengeres Durchgreifen bei Krankheitstagen im Anschluss an Ferien und Feiertage. Außerdem darf gegen die neuen Regeln nicht gestreikt werden.

Vier der fünf größten Gewerkschaften haben bereits zugestimmt. Nur die Metallmechaniker-Tochter Fiom der CGIL, die 13 Prozent der Arbeiter vertritt, stemmt sich gegen das Abkommen. Theoretisch hat Marchionne also schon jetzt die Mehrheit. Doch ebenso wie im süditalienischen Werk Pomigliano im vergangenen Jahr will er sich die neue Gangart per Referendum absegnen lassen.

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