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12.05.2011

20:15 Uhr

Neue Aufsichtsräte

Wennemer ist der neue Herr des Hochtief-Aufsichtsrats

Der einstige Conti-Chef Manfred Wennemer ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender bei Hochtief. ACS ist damit der Durchmarsch bei dem Baukonzern gelungen.

Manfred Wennemer in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender der Continental AG. Quelle: dapd

Manfred Wennemer in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender der Continental AG.

EssenDer frühere Vorstandschef des Autozulieferers Continental, Manfred Wennemer, ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender beim Baukonzern Hochtief. Der Aufsichtsrat habe den 63-Jährigen im Anschluss an die Hauptversammlung an seine Spitze gewählt, teilte Hochtief am Donnerstag mit. Bei dem Aktionärstreffen hatte der spanische Hochtief-Großaktionär ACS die komplette Seite der Anteilseigner im Aufsichtsrat nach seinen Vorstellungen besetzt. Mehrere Mitglieder des alten Aufsichtsrats, die sich vergeblich gegen die Übernahme von Hochtief durch ACS gestemmt hatten, verzichteten kurzfristig auf eine Kandidatur. Dazu gehörte auch der bisherige Aufsichtsratschef Detlev Bremkamp.

Nach dem Durchmarsch des spanischen Hochtief-Großaktionärs ACS fürchten Aktionäre eine Ausplünderung des größten deutschen Baukonzerns. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ACS einen so steinigen, so unangenehmen Weg gegangen ist, nur um eine Tochter mehr zu haben“, sagte der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler, am Donnerstag auf dem Hochtief-Aktionärstreffen in Essen. Nach einem monatelangen Schlacht um Hochtief strebt der hoch verschuldete Konzern ACS bis zur Jahresmitte die Mehrheitsübernahme bei Hochtief an.

Bei dem Aktionärstreffen konnten die Spanier die komplette Seite der Anteilseigner im Hochtief-Aufsichtsrat nach ihren Vorstellungen neu besetzen. Die Liste für die Wahlen zum Kontrollgremium hatte ACS erst am vergangenen Wochenende vorgelegt. Alle acht von ACS vorgeschlagenen Kandidaten wurden jeweils mit deutlich mehr als 90 Prozent der abgegebenen Stimmen gewählt. ACS ist damit künftig mit vier direkten Vertretern im Hochtief-Kontrollgremium präsent.

Stützen konnte sich der Hochtief-Großaktionär dabei auf ein Aktienpaket von mehr als 43 Prozent an Hochtief. Da lediglich knapp 70 Prozent der Hochtief-Anteile vertreten waren, hatte ACS damit die Abstimmungsmehrheit bei der Versammlung sicher. Vor diesem Hintergrund zogen mehrere Mitglieder des alten Aufsichtsrats, die sich vergeblich gegen die Übernahme gestemmt hatten, kurzfristig ihre Kandidatur für das Kontrollgremium zurück. Der amtierende Hochtief-Aufsichtsratschef Detlev Bremkamp zog daraufhin die Konsequenz und stellte bei der Versammlung lediglich die ACS-Liste zur Wahl.

Keinen Platz mehr sahen die Spanier für den bisherigen Aufsichtsratschef, aber auch nicht für Ex-Hochtief-Chef Hans-Peter Keitel, Heinrich von Pierer und Wilhelm Simson im Kontrollgremium. Alle vier Manager verzichteten angesichts der Übermacht von ACS kurz vor dem Aktionärstreffen auf ihre Kandidatur.

Kommentare (1)

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12.05.2011, 20:51 Uhr

Man kann nur hoffen, dass die Befürchtungen einer Zerschlagung oder eines Ausblutens der Subtanz von HOCHTIEF nicht eintreten. Es ist nicht klar wie eine wirksame Kontrolle vor solchen Gefahren gegeben ist. Durch die Art und Weise wie diese unfreundliche Übernahme vollzogen worden ist kann man kein Vertrauen zu den nun bestimmenden Akteuren haben. Die neuen Eigentümer haben auf der Hauptversammlung nichts aber auch gar nichts dazu beigetragen. Es wurde in keiner Weise eine Zukunftstrategie bekannt gegeben. Dies läßt nur den Schluß zu dass die o.g. Befürchtungen berechtigt sind. Von unserer Regierung wird sicher auch nur zugeschaut wenn sich diese Befürchtungen bewahrheiten und dann auf Marktmechnismen verwiesen.

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