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05.01.2005

11:16 Uhr

Neue Eigentümer beleben deutsche Traditionsunternehmen

Deutschland floriert als Chemiestandort

VonAndreas Bohne (Handelsblatt)

Zehn Jahre nach Beginn der Aufspaltung der Chemischen Industrie in Pharma und Pflanzenschutz, Petrochemie sowie Spezialchemie hat sich Deutschland als führender Standort behauptet. Die etwa vom früheren Hoechst- Chef Jürgen Dormann befürchtete Abwanderung großer Teile der Chemieproduktion ist ausgeblieben. Allerdings haben sich die traditionellen Standorte unter anderen Eigentümern neu sortiert.

HB DÜSSELDORF. So entstand die Degussa, der mit über 11,5 Mrd. Euro Umsatz größte Spezialchemiekonzern der Welt. Mit der von Hoechst abgespaltenen Celanese und der Bayer-Chemikaliensparte Lanxess, die am 31. Januar an die Börse ging, sind zwei neue Grundchemiekonzerne mit je rund fünf Mrd. Euro und internationaler Ausrichtung entstanden. Und auch der sechs Mrd. Euro starke Plastikhersteller Basell gewinnt durch den geplanten Eigentümerwechsel an Profil.

Als Beispiel, dass traditionsreiche deutsche Chemiewerke auch in ausländischer Hand florieren, nennen Branchenkenner immer wieder die früher zu Hoechst gehörende Riedel de Haën in Seelze bei Hannover. Im Zuge seiner Aufspaltung hatte der Frankfurter Konzern den Spezialisten für Fluor- und Bromchemikalien an den US-Konzern Allied Signal verkauft, der 2001 vom US-Mischkonzern Honeywell übernommen wurde.

Dessen 3,2 Mrd. Dollar Umsatz schwere Spezialchemiesparte setzt auf die Entwicklung ihres deutschen Standbeins. „Tatsächlich gehört Seelze mit Hopewell in Virginia und Geismar in Louisiana zu unseren größten Standorten“, sagt die Chefin von Honeywell Specialty Materials, Nancy Dicciani. Das Werk beschäftigt 900 Mitarbeiter, also knapp neun Prozent der Gesamtbelegschaft der Sparte, und trägt mit über 200 Mill. Euro etwa acht Prozent zu Honeywells Chemieumsätzen bei.

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