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04.04.2006

10:30 Uhr

Neue Fabriken entstehen

Polen beliefert Europa mit Fernsehgeräten

Während in Deutschland die Bildröhrenwerke dichtmachen – zuletzt LG Philips in Aachen und Samsung in Berlin – mausert sich Polen zu einem Mecka der TV-Geräte-Produzenten. Schon heute kommen etliche Apparate, die in deutschen Wohnzimmern stehen, aus dem östlichen Nachbarland.

bfai WARSCHAU. Auch der japanische Sharp-Konzern wählte Polen, um für 146 Mill. Euro ein Werk für LCD-Fernseher zu errichten. Der koreanische LG-Konzern hatte bereits zuvor umfangreiche Investitionen hauptsächlich in TV-Geräte und Flüssigkristallbildschirme angekündigt. Letztere will auch die indische Videocon bei Warschau fertigen. So wird Polen zum europäischen Produktionszentrum für moderne Bildschirme.

Der japanische Sharp-Konzern will für 146 Mill. Euro bei Torun eine Fabrik für LCD-Fernsehgeräte errichten, in der zunächst rund 3 700 Mitarbeiter beschäftigt werden sollen. Später soll die Beschäftigung dann auf etwa 10 000 Personen steigen. Das sagte der Vizeminister für Wirtschaft, Andrzej Kaczmarek, gegenüber der Tageszeitung "Rzeczpospolita". Der Investor verhandelt demnach noch über die Bedingungen der öffentlichen Beihilfe für dieses Projekt.

Polen ist bereits jetzt ein bedeutender Hersteller von TV-Geräten. Der Output davon erreichte 2005 laut dem Hauptamt für Statistik (GUS) rund 6,66 Mill. Stück (minus 4,8 Prozent gegenüber 2004, einschließlich Monitore, aber ohne solche für Computer). Gleichzeitig wurden 5,082 Mill. Bildröhren für Farbfernseher und -monitore hergestellt (minus 17,9 Prozent).

Inzwischen erhielt der koreanische Konzern LG Electronics die Genehmigung zum Bau von zwei Fabriken in Biskupice bei Kobierzyce in Niederschlesien im Gesamtwert von 103 Mill. Euro. An diesem Standort sollen noch vor Jahresfrist die ersten Flüssigkristall-TV-Geräte und Kühlschränke vom Band laufen.

Noch 2006 sollen rund 1 000 Personen beschäftigt werden und 2007 weitere 1 600. Ihre volle Kapazität sollen die Werke 2011 erhalten. Darunter werden 3,5 Mill. TV-Geräte, 0,5 Mill. Kühlschränke sowie Waschmaschinen und Klimaanlagen sein. Mit dem Entwurf und der Bauaufsicht wurde die Ingenieurfirma Prochem beauftragt. LG Electronics will bis 2010 insgesamt 824 Mill. Euro in neun Fabriken in Polen investieren und dort insgesamt rund 12 000 Personen beschäftigen.

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