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05.05.2012

16:16 Uhr

Neue Großanlage

BASF will mit Ameisensäure US-Geschäft beleben

BASF plant einen neue Großanlage für Ameisensäure in Nordamerika. Dadurch soll der Umsatz in der Region um jährlich fünf Prozent steigen - der Konzern setzt auf eine sich erholende US-Wirtschaft.

BASF-Vorstandsvorsitzende Kurt Bock (mitte) und das scheidende Vorstandsmitglied , Stefan Marcinowski bei der Hauptversammlung des Konzerns. dapd

BASF-Vorstandsvorsitzende Kurt Bock (mitte) und das scheidende Vorstandsmitglied , Stefan Marcinowski bei der Hauptversammlung des Konzerns.

Florham Park, FrankfurtDer Chemiekonzern BASF will mit einer neuen Großanlage seinen Geschäften in Nordamerika zusätzlichen Schwung verleihen. Bis zum Jahr 2020 will das weltgrößte Chemieunternehmen im Schnitt seinen Umsatz in Nordamerika jährlich um fünf Prozent erhöhen, wie Nordamerika-Chef und Konzern-Finanzvorstand Hans-Ulrich Engel am Freitag anlässlich der Vorstellung der neuen Nordamerika-Zentrale in Florham Park in New Jersey in Aussicht stellte. Dazu soll eine neue große Produktionsstätte für Ameisensäure im US-Bundesstaat Louisiana beitragen, die im zweiten Quartal 2014 in Betrieb geht. Mit der Anlage will BASF unter anderem von der wachsenden Nachfrage nach Schiefergas in Nordamerika profitieren. Denn die Chemikalie ist ein wichtiger Bestandteil bei der Gasgewinnung.

Die neue Anlage soll eine jährliche Kapazität von über 50.000 Tonnen besitzen. Sie wäre die bislang einzige Anlage ihrer Art in Nordamerika. Die Förderung von Schiefergas gilt als zukunftsträchtig. Nach Einschätzung der Internationalen Energie Agentur (IEA) wird das Wachstum der weltweiten Gasproduktion bis 2035 zu rund 40 Prozent aus unkonventionellen Lagerstätten wie Einlagerungen in Schiefer stammen. Neben dem Einsatz in der Schiefergas-Produktion wird Ameisensäure auch zum Schutz von Futtermitteln, bei der Herstellung von Enteisungsmitteln und zum Entkalken verwendet.

Pläne zum Bau eines Gas-Crackers in Nordamerika habe BASF nicht, sagte Engel. In solchen Großanlagen werden wichtige chemische Grundstoffe gewonnen. BASF setze mehr auf komplexe Chemikalien in seinen petrochemischen Basisanlagen (Crackern). Chemie-Rivalen wie Dow Chemical hatten im Zuge der wachsenden Erdgasgewinnung aus Schiefer in Nordamerika und vergleichsweise niedriger Erdgaspreise angekündigt, neue Ethylen-Anlagen zu errichten. BASF nutzt in seinen Crackern Nafta als Ausgangsbasis. Dabei profitiert BASF davon, dass der Konzern im Unterschied zu seinen Wettbewerbern eine eigene Öl- und Gasparte besitzt und beispielsweise in großem Stil an der Erdölproduktion in Libyen beteiligt ist.

BASF erwirtschaftete 2011 in Nordamerika einen Umsatz von rund 20 Milliarden Dollar. Der Chemieriese hat dort etwa 16.000 Beschäftigte. Weltweit sind es mehr als 111.000, der globale Konzernumsatz liegt bei 73,5 Milliarden Euro.

Finanzchef Engel rechnet in diesem Jahr mit einer Erholung der US-Wirtschaft. Er erwartet in den USA 2012 ein Wirtschaftswachstum von mindestens zwei Prozent. Deutlich moderater sind seine Erwartungen für die europäische Konjunktur, der er dieses Jahr nur ein schmales Wachstum von weniger als einem Prozent zutraut. "Wir sehen, dass sich Europa mit zwei Geschwindigkeiten bewegt", sagte Engel.

Nordeuropa sei stärker als Südeuropa. Große Verzögerungen bei den Zahlungen der Kunden könne er trotz der schwachen Konjunktur aber nicht feststellen. Die Chemiebranche gilt als Barometer für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung, da ihre Produkte in fast allen Industriezweigen benötigt werden. Chemieunternehmen spüren Veränderungen des allgemeinen Wirtschaftsumfelds daher stets mit als erste.

Engel kündigte in einem Zeitungs-Interview zudem an, die Verschuldung des Ludwigshafener Konzerns weiter zurückführen zu wollen. So solle die Ende Mai fällige Anleihe über 1,4 Milliarden Euro wie auch der im Herbst fällige Bond über 1,35 Milliarden Euro aus den Cash-flow zurückgezahlt werden, sagte Engel der "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe).

Von

rtr

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