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31.10.2013

09:25 Uhr

Neue Medikamente

Pharmasparte verpasst Bayer einen Schub

Viele Jahre hatte sich Bayer dagegen wehren müssen, ein Gemischtwarenladen zu sein. Jetzt profitiert das Unternehmen von einer wieder erstarkten Pharmasparte. Aber auch Bayer muss Effekte des starken Euros verdauen.

Bayer-Mitarbeiter in Berlin: Neue Pharmapräparate machen sich bezahlt. dpa

Bayer-Mitarbeiter in Berlin: Neue Pharmapräparate machen sich bezahlt.

LeverkusenGute Geschäfte mit neuen Medikamenten und die hohe Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln verhelfen Bayer zu höheren Gewinnen. Der Pharma- und Chemiekonzern steigerte den bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) im dritten Quartal um 7,7 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro, wie Bayer am Donnerstag mitteilte. Damit übertraf der Konzern Analystenschätzungen, die nur bei 1,86 Milliarden Euro lagen.

"Unser Pharma-Geschäft verzeichnete währungsbereinigt in allen Regionen ein starkes Wachstum", sagte Bayer-Chef Marijn Dekkers. Die holprige Konjunktur in vielen Ländern und den starken Euro konnte der Konzern aber nicht ganz wegstecken. Bayer grenzte deshalb sein Umsatzziel für dieses Jahr ein. Zu Handelsbeginn verlor die Bayer-Aktie 0,3 Prozent.

"Wir behalten unsere Konzernprognose bei, auch wenn diese zunehmend ambitioniert ist", erklärte Dekkers. Vor allem der US-Dollar, der japanische Yen und wichtige lateinamerikanische Währungen entwickelten sich zuletzt zum Euro deutlich schwächer, was die Geschäfte belastete. Für das Gesamtjahr stellte Dekkers nun eine Umsatzsteigerung von vier bis fünf Prozent auf rund 40 Milliarden Euro in Aussicht - Währungseinflüsse sowie Zu- und Verkäufe herausgerechnet. Bislang waren 40 bis 41 Milliarden Euro geplant. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) soll im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Bayer setzte im Sommerquartal 9,64 Milliarden Euro um - 0,2 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Währungseinflüsse herausgerechnet wären die Erlöse allerdings gestiegen. Den Konzerngewinn baute das Leverkusener Traditionsunternehmen kräftig aus. Er kletterte binnen Jahresfrist um 42,1 Prozent auf 733 Millionen Euro.

Glanzlicht im Quartal war die Gesundheitssparte Health-Care, zu der auch das Pharmageschäft gehört. Der bereinigte operative Gewinn des Teilkonzerns legte um 4,6 Prozent auf 1,39 Milliarden Euro zu. Bayer will mit fünf neuen Präparaten, dem Schlaganfallmittel Xarelto, den Präparaten Stivarga und Xofigo gegen Krebs, der Lungenhochdruckarznei Adempas und dem Augenmittel Eylea in diesem Jahr bereits 1,4 Milliarden Euro erwirtschaften. Den zusammengefassten Spitzenumsatz der Medikamente taxiert der Konzern auf mehr als 5,5 Milliarden Euro. Im dritten Quartal erzielten vier der fünf neuen Präparate zusammen bereits 407 Millionen Euro Umsatz. Vor einem Jahr waren es nur 82 Millionen Euro.

Auch die Agrarchemiesparte Crop-Science erhöhte ihren bereinigten operativen Gewinn um 13,7 Prozent auf 224 Millionen Euro. Der Start in die Pflanzsaison in Lateinamerika sei gut verlaufen, erklärte Dekkers. Vor allem in Brasilien, dem wichtigsten Markt für Pflanzenschutzmittel in der Region, liefen die Geschäfte rund. Bayer erhöhte deshalb die Geschäftsprognose für die Sparte im Gesamtjahr.

Dagegen macht dem Konzern im Kunststoffgeschäft Material-Science nach wie vor zu schaffen, dass es branchenweit momentan zu viele Fabriken gibt. So sanken die Preise von Polycarbonat-Kunststoffen, die Umsätze waren rückläufig. Zwar nahm der bereinigte operative Gewinn des Teilkonzerns um 2,7 Prozent auf 346 Millionen Euro zu. Darin sind aber auch Einnahmen von 17 Millionen Euro enthalten, die Bayer aus dem Verkauf Geschäftsteilen erzielt hatte.

Von

rtr

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