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13.01.2005

07:32 Uhr

Neue Modelle wie Jetta und Passat sollen den Absatzeinbruch wettmachen und die Verluste verringern

VW will 2005 den Rückgang in den USA stoppen

Mit der Erneuerung der beiden wichtigsten Modelle für den amerikanischen Markt will der Volkswagen-Konzern in diesem Jahr das katastrophale US-Ergebnis von 2004 vergessen machen. Das machte VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder auf der Detroiter Motor Show deutlich.

hof FRANKFURT. Er dämpfte jedoch auch die Hoffnungen auf eine schnelle Erholung, da er von den Märkten „keine wesentlichen Impulse“ erwarte.

Bei einem Absatzeinbruch der Kernmarke VW um 15 Prozent haben die Wolfsburger 2004 in den USA höchstwahrscheinlich einen Milliardenverlust eingefahren. Die Absatzsituation dürfte sich durch die neuen Modelle zwar 2005 etwas entspannen, doch die Einführungskosten für den jetzt in Detroit vorgestellten Jetta und den später im Jahr folgenden Passat lassen zusätzlich zum schwachen Dollar auch für 2005 wieder einen deutlichen Verlust in den USA erwarten. „Nordamerika bleibt trotz neuer Modelle auch 2005 ein schwieriger Markt für VW“, urteilen die Analysten von JP Morgan.

Als Minimum für das laufende Jahr formulierte VW-Vertriebsvorstand Georg Flandorfer in den USA, die Verkäufe zu stabilisieren. Der Misserfolg von VW im vergangenen Jahr war besonders durch die beiden veralteten Modelle Jetta und Passat hervorgerufen worden. Sie fanden 22 beziehungsweise zwölf Prozent weniger Käufer auf dem US-Markt als noch im Vorjahr. Enttäuschend waren auch die Absatzzahlen für das Oberklassemodell Phaeton, während der Geländewagen Touareg auch in den USA deutlich zulegen konnte.

Der neue Jetta, der in Europa unter der Bezeichnung Bora verkauft wird, markiert einen weiteren Schritt von VW hin zu mehr Währungsunabhängigkeit. Das Auto wird auch für die Exportmärkte ausschließlich in Mexiko gebaut und soll gemeinsam mit dem aus Brasilien nach Europa gelieferten Kleinwagen Fox einen Ausgleich zu den Euro-Exporten in den Dollarraum schaffen. Pischetsrieder hat bereits angekündigt, diese Strategie bei neuen Modellen noch forcieren zu wollen.

Die Abhängigkeit von Währungsschwankungen war wegen mangelnder Absicherung zuletzt besonders hoch. Profitierte der VW-Konzern vor einigen Jahren noch von Währungsgewinnen von mehr als einer Milliarde Euro jährlich, fielen allein in den vergangenen beiden Jahren durch die Aufwertung des Euro Verluste von um die 2,5 Mrd. Euro an. Der schwache Dollar wird es nach Aussagen von Pischetsrieder auch schwierig machen, im laufenden Jahr im Konzern eine deutliche Gewinnwende zu schaffen. Allerdings stellte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch für 2006 eine Ertragsverbesserung um „einige Milliarden“ in Aussicht.

Weiter erhöhen will Europas größter Autokonzern in diesem Jahr auch seinen weltweiten Absatz, der 2004 nur auf Grund der Erfolge von Audi um 1,3 Prozent auf 5,079 Millionen Fahrzeuge gestiegen war. Rund 20 neue Modelle sollen VW dafür den nötigen Rückenwind verschaffen.

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