Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.11.2015

08:59 Uhr

Neue Nationalgalerie, MoMA

Spart Volkswagen an der Kultur?

Seit Jahrzehnten tritt VW als Kultursponsor auf. Der Konzern unterstützt die Neue Nationalgalerie in Berlin und das New Yorker MoMA. Zu möglichen Kürzungen als Folge der Dieselaffäre gibt sich VW zugeknöpft.

Hinter dem Museum steht die vermögende Kunststiftung Volkswagen. dpa

Kunstmuseum Wolfsburg

Hinter dem Museum steht die vermögende Kunststiftung Volkswagen.

WolfsburgDer Dieselskandal bei Volkswagen erschüttert nicht nur die Stadt Wolfsburg, sondern lässt auch viele Kultureinrichtungen weltweit um Fördergelder bangen. Seit 2011 ist VW of America beispielsweise Partner des renommierten Museum of Modern Art (MoMA) in New York.

Erst Ende Juni wurde diese Allianz bekräftigt. „Volkswagen ist DAS Auto. MoMA ist DAS Museum“, verkündete VW-Chef Martin Winterkorn, der inzwischen seinen Posten wegen der Affäre um manipulierte Abgaswerte geräumt hat. In Schanghai eröffnete VW gemeinsam mit dem YUZ Museum die Ausstellung „Rain Room“, in Berlin förderte der Konzern unter anderem die Konzerte von Kraftwerk in der Neuen Nationalgalerie.

Nach VW-Abgasaffäre: Markenchef will Stammbelegschaft halten

Nach VW-Abgasaffäre

Markenchef will Stammbelegschaft halten

Noch drückt die Abgasaffäre die Umsatzzahlen bei VW nicht übermäßig, doch die Folgen könnten wegen Vorbestellungen auch erst verzögert zu sehen sein. Außerdem drohen hohe Strafzahlungen. Sind die Arbeitsplätze sicher?

Beim Kultursponsoring geht es Unternehmen in der Regel darum, das eigene Image aufzupolieren. Je nach unterstützter Kultureinrichtung könne beispielsweise Exklusivität oder etwa Dynamik vermittelt werden, sagt Manfred Schwaiger, Vorstand des Instituts für Marktorientierte Unternehmensführung an der Universität München.

Im MoMA rückte sich VW in die Nähe von Stars wie John Lennons Witwe Yoko Ono oder die isländische Pop-Ikone Björk. „Unterbewusst wird das von den Empfängern verarbeitet und überträgt sich dann auf die Marke“, sagt Schwaiger. Auch eine Ausstellung, in der sich Künstler mit Ökologie und Klimawandel beschäftigten, wurde von VW gesponsert - im Rückblick wirkt dies eher peinlich.

Zum Umfang seines Kulturengagements macht VW keine genauen Angaben. Ebenso ist unklar, inwieweit Museen und Festivals von den Sparplänen infolge des Abgasskandals betroffen sein werden. Auf Anfrage teilt eine VW-Sprecherin lediglich mit, dass über künftige Kultur-Budgets und Förderungs-Schwerpunkte noch nicht entschieden sei.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×