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11.01.2011

07:11 Uhr

Neue Offensive

In den USA hat VW kein gutes Image

VonAstrid Dörner, Mark Christian Schneider

In Deutschland wie in weiten Teilen der Welt ist der Ruf des deutschen Autobauers Volkswagen beinahe tadellos. Davon kann in den USA keine Rede sein. Ganz besonders wenn es um Qualität, Bequemlichkeit und Service geht, stellen die Amerikaner Volkswagen ein schlechtes Zeugnis aus. VW will jetzt dringend sein Image in den USA liften.

Wichtiger Imageträger: die Autoshow in Detroit. Reuters

Wichtiger Imageträger: die Autoshow in Detroit.

DETROIT/HAMBURG. Europas größter Autobauer Volkswagen sieht im Schlüsselmarkt USA erheblichen Nachholbedarf beim Image. Den Ruf, den Volkswagen auf dem Heimatmarkt genießt - zuverlässige, langlebige Autos zu bauen - hat der Konzern in Amerika längst nicht erreicht. "Wir arbeiten hart daran, das zu ändern", betonte US-Chef Jonathan Browning zum Start der Automesse in Detroit.

Ein gutes Image ist zentral für die Niedersachsen, um ihre hochgesteckten Ziele zu erreichen. Konzernchef Martin Winterkorn will bis 2018 rund 800 000 Fahrzeuge der Kernmarke VW in den USA verkaufen - mehr als dreimal so viel wie heute. "Die Kundenzufriedenheit zu steigern ist eines der schwierigsten Ziele. Den Absatz zu steigern ist deutlich einfacher", räumte Winterkorn nun in Detroit ein.

Seit Jahren beklagen VW-Kunden in den USA kleinere, aber ärgerliche Mängel wie klemmende Fensterscheiben und Scheibenwischer, die in Autoforen als "Volkswageny things" firmieren. Nach Fortschritten erlitt VW 2010 einen herben Rückschlag: In einer Qualitätsumfrage des einflussreichen US-Branchendienstes J.D. Power landete die Marke nur auf Platz 31 von 33.

"Qualitätsprobleme sprechen sich schnell herum", sagt Analystin Rebecca Lindland vom Analysehaus IHS Automotive. Dagegen kann es Jahre dauern, bis Kunden Fortschritt wahrnehmen. Browning räumte ein, VW habe die Bedürfnisse in der Vergangenheit nicht richtig erkannt. Es seien jedoch relativ leicht zu behebende Mängel, die zu den Bewertungen geführt hätten. So war etwa die Klimaanlage für US-Verhältnisse nicht aggressiv genug, die Nutzung des Datendienstes Bluetooth zu kompliziert.

"Bequemlichkeit und Service spielen eine sehr wichtige Rolle in den USA. In Europa nehmen wir manchmal die Herausforderung an, das Handbuch zu lesen, um Dinge herauszufinden", sagte Browning. In den USA müsse viel mehr selbst erklärend sein.

Überzeugen wollen Winterkorn und Browning die Amerikaner mit einem eigens für die USA entwickelten Passat, der am Montag in Detroit debütierte. VW baut die Mittelklasse-Limousine im neuen US-Werk in Tennessee. Marktstart soll Mitte August sein. Pro Jahr will VW 150 000 Autos bauen. Der erstmals ab knapp 20 000 Dollar erhältliche Hoffnungsträger soll vor allem dem Rivalen Toyota aus Japan Kunden abjagen und die in den USA immer erfolgreicheren Koreaner Hyundai und Kia in Schach halten. Bis 2018 will VW Rivale Toyota als Branchenführer ablösen und zehn Millionen Autos verkaufen. Im Vorjahr setzte der VW-Konzern erstmals 7,14 Millionen Fahrzeuge ab - 13,5 Prozent mehr als 2009.

Kommentare (3)

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Rainer Zufall

11.01.2011, 08:36 Uhr

ich selbst würde sofort auf den Passat umsteigen wenn dieser für 15500 EUR zu haben wäre (wie in den USA). Da dies nicht so ist, muß ich mich mit einem teueren und zuverlässigeren Auto aus Japan begnügen.

AstrologinPalmer

11.01.2011, 10:16 Uhr

ich fahre seit 25 Jahren Toyota. ich habe noch nie eine Reparatur gehabt, die ich selbst hätte bezahlen müssen. Toyota gewährt bis zu 5 Jahre Garantie. Zeit genug, um alle Mängel abzustellen. Qualität und Ausstattung sind deutlich besser als bei VW und bei vergleichbaren Modellen beträgt der Preisunterschied 15% und mehr.

Ex-Kunde von VW

11.01.2011, 10:38 Uhr

in unserer Familie haben wir mit den Produkten aus dem VW-Konzern keine guten Erfahrungen gemacht. insbesondere Service und Garantie spotteten jeder beschreibung. Deshalb wird aus dem gesamten Konzern nichts mehr gekauft, obwohl manches Fahrzeug vom Konzept und Design her interessant wäre. VW ist nur beiden Preisen Premium. Damit wird der Export subventioniert.

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