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26.01.2004

12:15 Uhr

Neue Organisationsstrukturen geplant

Sanofi will „helle Köpfe“ aus Aventis-Labors

Sanofi-Synthélabo will den Konkurrenten Aventis nach einer möglichen Übernahme in praktisch allen Bereichen umkrempeln und damit den eigenen Stempel aufdrücken. Für die Bereiche Forschung, Produktion und Vermarktung werden bereits neue Organisationsstrukturen geplant.

HB PARIS. „Aventis ist geschwächt“, sagte Sanofi-Chef Jean-Francois Dehecq am Montag in Paris. Und er drückt den Finger auf die Wunde: „Es kommt nicht darauf an, viel Geld in Forschung und Entwicklung zu investieren; die Forschung muss effizient sein.“ Aventis investiert jährlich mit 2,3 Mrd. € genau doppelt so viel in die Forschung wie Sanofi. Allerdings hat Sanofi die rentableren Medikamente. Seit der Fusion mit Synthélabo im Jahre 1999 stieg Sanofis Gewinn je Aktie jedes Jahr um durchschnittlich 42 %: von 0,85 auf 2,42 €.

Einen Produktivitätsschub soll auch die Integration von Aventis bringen. Ein besonders starkes Interesse hat Sanofi am Marketingteam von Aventis. Die Straßburger sind insbesondere in den USA und in Japan erfolgreich, wo Sanofi seine eigenen Produkte stärker in den Markt drücken will. Vom Produktmix her ergänzen sich beide Konzerne.

Außerdem will Sanofi die „hellen Köpfe“ aus den Aventis-Labors an sich binden. Auch deshalb soll die Fusion schnell über die Bühne gehen. Denn eine Abwanderung verunsicherter Forscher zur Konkurrenz kann sich Sanofi nicht leisten. Dehecq warb deshalb am Montag um das Vertrauen der Aventis-Mitarbeiter. Die errechneten Synergien seien nicht gleichbedeutend mit Stellenstreichungen. Alle strategischen Produkte von Aventis würden verteidigt. Es gehe um gemeinsames Wachstum und die dauerhafte Sicherung der Existenz beider Konzerne.

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