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10.01.2007

09:31 Uhr

Neue Tochter

Merck setzt auf Felder Chemie und Biotech

Mit einer kräftigen Portion Optimismus ist Merck Serono, das neue Tochterunternehmen der Darmstädter Merck KGaA, an den Start gegangen. Elmar Schnee, der Chef der Merck-Pharmasparte und neue Chef von Merck Serono, bekräftigte die Ausrichtung des neuen Pharmaunternehmens auf innovative Produkte. Merck Serono habe eine einmalige Chance.

jdh / shf GENF. Merck Serono habe die einmalige Chance, „eine exzellente Kombination aus pharmazeutischer Chemie und Biotechnologie zu schaffen“. Das Unternehmen ist am Montag formal entstanden, nachdem Merck eine Kapitalmehrheit bei dem führenden europäischen Biotechunternehmen Serono übernommen hatte.

Firmenchef Schnee setzt dabei auf die bereits vorhandenen „Wachstumstreiber“ Erbitux in der Krebstherapie sowie Rebif zur Behandlung der Multiplen Sklerose. Erbitux, der wichtigste Hoffnungsträger aus der Produktpalette von Merck, brachte zuletzt 87 Millionen Euro Umsatz im Quartal. Das Darmkrebs-Medikament hat nach Einschätzung mancher Experten noch enormes Potenzial. Voraussetzung dafür sei allerdings der erfolgreiche Abschluss weiterer klinischer Tests, insbesondere in der Erstlinienbehandlung von Darmkrebs. Sollten diese Studien positiv ausfallen, könnte sich für Erbitux ein zusätzliches Umsatzpotenzial von 550 Mill. Euro pro Jahr in der Darmkrebsbehandlungen eröffnen, schätzt Andreas Theisen von der WestLB.

Von zentraler Bedeutung für den neuen Pharmakonzern bleibt auch Rebif, das bisherige Hauptprodukt von Serono. Der Wirkstoff gegen Multiple Sklerose trägt derzeit mehr als ein Viertel zum Umsatz von Merck Serono bei und legte zuletzt noch zweistellig zu. Allerdings konkurriert der Konzern in diesem Bereich mit ähnlichen Produkten von Bayer und der amerikanischen Biogen-Idec. Zudem dürften in dieser Wirkstoffklasse über kurz oder lang die ersten Biogenerika auf den Markt kommen.

Merck Serono erzielte 2005 auf Pro-forma-Basis mit 14 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 3,6 Mrd. Euro. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres legte der addierte Pharmaumsatz der beiden Unternehmen um knapp neun Prozent auf 2,9 Mrd. Euro zu. Im Gesamtjahr 2006 dürfte die neu formierte Pharmatochter von Merck damit 3,8 bis vier Mrd. Euro Umsatz erzielt haben. In der globalen Pharmawelt rückt Merck damit in etwa auf Rang 23 vor. Das gilt auch mit Blick auf das künftig rund eine Mrd. Euro hohe Budget für Forschung und Entwicklung. Merck Serono will sich in der Forschung stark auf die Therapiebereiche Onkologie, Neurologie sowie Autoimmun- und Entzündungskrankheiten konzentrieren.

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