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25.01.2007

07:57 Uhr

Neue Umbauten im Konzern

Siemens bringt VDO an die Börse

Kurz vor Beginn der Hauptversammlung hat Siemens gleich zwei große Umbauten bekanntgegeben: Die Automobilzuliefer-Tochter VDO wollen die Münchener teilweise an die Börse bringen. Zugleich übernimmt der Konzern eine große Software-Firma aus den USA. Neueste Quartalszahlen zeigen: Mit den bisherigen Umbauten lag Firmenchef Klaus Kleinfeld gar nicht so schlecht.

Siemens VDO stellt unter anderem Cockpit-Instrumente her. Foto: dpa

Siemens VDO stellt unter anderem Cockpit-Instrumente her. Foto: dpa

HB/hof/huh MÜNCHEN. Den Zu- und Verkauf teilte das Unternehmen in der Nacht zum Donnerstag nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Der Konzern werde aber weiter die Mehrheit an VDO halten, hieß es. Der Schritt solle die finanzielle Ausstattung verbessern und einen vergrößerten Handlungsspielraum für weiteres profitables Wachstum schaffen. Die Vorbereitungen für den Börsengang sollen sofort aufgenommen werden.

Siemens VDO Automotive ist einer der weltweit größten Autozulieferer und besonders stark in Elektronik und Mechatronik. DasUnternehmen fertigt Produkte rund um Antrieb, Motorsteuerung und Einspritztechnik. Zur Produktpalette gehören aber auch Audio- und Navigationssysteme, Armaturenbrett-Instrumente sowie Airbag-, ABS- und Zugangskontrollsysteme. VDO erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 10 Mrd. Euro und einen Betriebsgewinn von 669 Mill. Euro. Die Sparte mit Sitz Regensburg beschäftigt weltweit 53 000 Mitarbeiter.

Siemens kauft elftgrößtes Software-Unternehmen

Gegen einen teilweisen Börsengang dieses Geschäftsbereichs nimmt sich der 3,5 Mrd. Dollar (2,7 Mrd. Euro) schwere Zukauf des US-amerikanischen Software-Unternehmens UGS beinahe klein aus. Die Kaufentscheidung begründete Siemens mit dem attraktiven Produktportfolio der Amerikaner, das zur konzerneigenen Industrieautomatisierungs-Sparte A&D passe. „Siemens ist damit das weltweit erste Unternehmen, das seinen Kunden Lösungen für die Realisierung der 'digitalen Fabrik' integriert anbieten kann“, hieß es.

UGS ist der weltweite elftgrößte Software-Konzern und spezialisiert auf computergestützte Konstruktion (CAD). Das Unternehmen gehörte bislang den drei Investoren-Gruppen Bain Capital, Silver Lake Partners und Warburg Pincus. Die Finanzinvestoren hatten das Unternehmen im März 2004 für 2,05 Mrd. Dollar vom Technologiedienstleister Electronic Data Systems übernommen.

Nach Siemens-Angaben erzielte UGS, das in A&D integriert werden soll, im Geschäftsjahr 2005 knapp 1,2 Mrd. Dollar Umsatz und ein Betriebsergebnis (Ebitda) von 241 Mill. Dollar. Im Kaufpreis von 3,5 Mrd. Dollar seien die Schulden des Unternehmens bereits enthalten, teilte Siemens mit. Die Kartellbehörden müssten der Transaktion noch zustimmen.

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