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13.08.2013

15:01 Uhr

Neuer Konkurrent

Österreichische Post steigt in Pharmagroßhandel ein

Zwei ehemalige Celesio-Manager wollen ihrem Ex-Arbeitgeber Konkurrenz machen und in den deutschen Pharmagroßhandel einsteigen. Mit einem Anteil von 40 Prozent ist die österreichische Post mit im Boot.

Die neue Firma AEP soll Celesio Konkurrenz machen. dapd

Die neue Firma AEP soll Celesio Konkurrenz machen.

Wien/DüsseldorfDie Österreichische Post will zusammen mit zwei ehemaligen Celesio-Managern den umkämpften deutschen Pharmagroßhandel aufmischen. Die Post habe sich mit 40 Prozent als Hauptinvestor an der neu gegründeten Firma AEP beteiligt, sagte ein Sprecher der Post am Dienstag und bestätigte damit Berichte des „Handelsblatt“ (Dienstag) und der „Apotheker-Zeitung“. „Das ist ein sehr interessantes und attraktives Geschäft für uns.“ Die Österreichische Post ist bereits durch ihre Logistiktochter Trans-o-flex im Pharmageschäft engagiert.

Darüber hinaus sind den Berichten zufolge weitere österreichische Firmen sowie Partner der Unternehmensberatung Lexington bei AEP engagiert. Hinter AEP stehen dem „Handelsblatt“ zufolge die früheren Celesio-Manager Markus Eckermann und Jens Graefe. Sie wollen sich mit besonders schlanken Strukturen im von Rabatten und schwindenden Margen gebeutelten Pharmagroßhandel aufstellen und die Apotheken zum Beispiel nur von einem einzigen Zentrallager aus bedienen. Laut „Apotheken-Zeitung“ will AEP auch nur einmal am Tag und nicht - wie sonst üblich - zwei bis drei Mal täglich ausliefern.

Pharmabranche an der Patentklippe

Wichtige Patente laufen aus

Die Pharmabranche steht vor schwierigen Zeiten: Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Accenture werden bis zum Jahr 2015 rund 50 Blockbuster ihren Patentschutz verlieren – das sind Arzneien, die für mindestens eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr sorgen. Die Originalprodukte verlieren nach Patentablauf in der Regel massiv Marktanteile an die deutlich preisgünstigeren Nachahmer-Produkte der Generikahersteller.

Cholesterinsenker und Blutverdünner

Betroffen sind die Medikamente etlicher Pharmakonzerne. Etwa der Cholesterinsenker Lipitor, mit dem Pfizer einst mehr als 12 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr machte. Oder der Blutverdünner Plavix, der Sanofi und Bristol-Myers Squibb 2011 mehr als neun Milliarden Dollar in die Kassen spülte. Auch das Asthma-Mittel Singulair von Merck verliert seinen Schutz.

Generikahersteller profitieren

Von Ablauf der Patente profitieren die Hersteller von Generika: Sie dürfen die Arzneien kopieren und zu günstigen Preisen verkaufen. Das dämpft die Kosten – auch die Patienten profitieren davon.

Probleme mit dem Nachschub

Der Pharma-Industrie fällt es immer schwere, neue Blockbuster-Medikamente zu entwickeln. Das hat mit den strikteren Zulassungsbedingungen und den schärferen Kontrollen der Behörden zu tun. Ein Beispiel: Der deutsche Hersteller Merck stoppte das Multiple-Sklerose-Medikament Cladribin, weil es in mehreren Ländern keine Zulassung bekam.

AEP kalkuliert mit Rabatten, bei denen die Etablierten nicht mehr mithalten könnten, ohne noch größere Verluste zu schreiben, sagte Graefe dem „Handelsblatt“. „Unser Modell funktioniert, auch wenn der Rabattkrieg auf dem aktuellen Niveau weitergeht“, sagte der ehemalige Celesio-Manager. Preisnachlässe will AEP allen Apotheken gewähren und nicht wie die etablierten Konkurrenten nur abhängig vom Umsatz.

Zu den großen europäischen Anbietern in dem Markt zählt neben Celesio und dem britischen Unternehmen Alliance Boots auch die Mannheimer Phoenix-Gruppe.

Kommentare (1)

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norbert

13.08.2013, 17:41 Uhr

Das wird ein Flop werden !

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