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10.07.2013

16:46 Uhr

Neuer Mini-SUV

Opel holt Mokka-Produktion nach Spanien

Der Mokka soll ab Mitte 2014 im spanischen Saragossa und nicht mehr in Südkorea produziert werden. Opel-Chef Neumann setzt damit eine der zentralen Forderungen des Betriebsrates um.

Starkes Gebräu - Opel Mokka

Auto-Visionen: Starkes Gebräu - Opel Mokka

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RüsselsheimDer Autobauer Opel verlegt die Fertigung seines Modells Mokka nach Europa. Der kleine, bislang ausschließlich in Südkorea gebaute Geländewagen werde ab der zweiten Jahreshälfte 2014 im spanischen Saragossa montiert, teilte die General-Motors-Tochter am Mittwoch in Rüsselsheim mit. Dafür investiere das Unternehmen anfangs rund 80 Millionen US-Dollar (62 Millionen Euro). Rund 5800 Arbeitsplätze in Saragossa würden gesichert und die Auslastung der europäischen Werke insgesamt verbessert.

Die bereits seit längerem erwartete Entscheidung ist Teil der GM- Strategie, die wesentlich auf Europa beschränkte Adam Opel AG nach milliardenschweren Verlusten endlich wieder flott zu machen. Neben der besseren Auslastung der vorhandenen Produktionskapazitäten sind darin auch Tausende Stellenstreichungen und die Schließung des Werks in Bochum Ende 2014 enthalten. Opel leidet wie andere Hersteller auch unter der Absatzkrise in Europa, die nicht mit Exporten nach Übersee zu kompensieren sind. Zuletzt hatten Opel wie auch die globale GM-Marke Chevrolet in Europa sinkende Absatzzahlen.

Opel-Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug begrüßte die Entscheidung, mit der eine langjährige Arbeitnehmer-Forderung umgesetzt werde. Aktuell werden in Saragossa die Modelle Corsa und Meriva gebaut. Daher profitiert auch der deutsche Corsa-Standort Eisenach mit einer besseren Auslastung von der Entscheidung. Hier zeige sich die Bedeutung des zwischen der Adam Opel AG und der IG Metall geschlossenen Sanierungstarifvertrags.

Die europäischen Opel-Werke im Überblick

Die Ausgangslage

Opel leidet unter sinkendem Absatz und teuren Überkapazitäten. Nun will der Autobauer in seinem Werk in Bochum keine Autos mehr bauen. Eine Übersicht über die Fertigungsstätten.

Bochum

In Bochum laufen der Astra Classic und der Zafira Tourer vom Band. Ende 2014 läuft die Produktion aus. Danach soll die Autoproduktion eingestellt werden.

Rüsselsheim

Am Stammsitz Rüsselsheim werden der Insignia sowie ein Astra-Modell (5-Türer) gefertigt. 13 800 Mitarbeiter sind am Standort beschäftigt, davon 3500 in der Produktion und 7000 im Bereich Entwicklung und Design.

Eisenach

In Eisenach bauen knapp 1600 Beschäftigte den Corsa.

Kaiserslautern

In Kaiserslautern bauen knapp 2700 Beschäftigte Komponenten, Motoren und Achsen.

Gleiwitz (Polen)

In Gleiwitz läuft seit 2011 nur noch der Astra (bis 2010 auch der Zafira) vom Band; in Polen sind rund 3500 Menschen beschäftigt.

Saragossa (Spanien)

Am Standort Saragossa fertigen rund 6100 Mitarbeiter den Corsa, den Meriva und den Combo. Ab 2014 soll auch der Mokka in Spanien gebaut werden.

Ellesmere Port (England)

Etwa 2100 Mitarbeiter bauen für die Opel-Schwester Vauxhall in Ellesmere Port Astra-Modelle. Dort konnte das Management zuletzt rigide Sparmaßnahmen durchsetzen.

Luton (England)

In Luton wird der Transporter Opel Vivaro von 1100 Beschäftigten gefertigt.

Sonstige

Motoren und/oder Getriebe werden zudem in Szentgotthárd (Ungarn/660 Mitarbeiter) und Aspern (Österreich/1700) sowie in einem Joint Venture in Tychy (Polen) hergestellt. In Rüsselsheim und Turin hat der Hersteller Entwicklungszentren.

Bereits geschlossen wurde das Werk Antwerpen mit zuletzt mehreren tausend Mitarbeitern.

Mit der Verlagerung des Mokka nach Europa wird das südkoreanische GM-Werk Bupyeong entlastet, in dem auch das nahezu baugleiche Schwestermodell Chevrolet Trax vom Band läuft. Zunächst sollen komplette Bausätze aus Korea zur Montage nach Spanien geliefert werden, bevor dann die Fertigungstiefe in Europa schrittweise gesteigert werde, teilte das Unternehmen mit. Opel hat nach eigenen Angaben schon mehr als 100 000 Bestellungen für den Geländewagen vorliegen. Wegen der weltweit großen Nachfrage mussten Kunden teils auf lange Wartezeiten vertröstet werden.

Opel will die Produktion des begehrten Modells in Spanien schnell hochfahren: „Mit diesem Schritt können wir den Mokka in größeren Stückzahlen produzieren und unsere Kunden schneller bedienen“, erklärte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann laut einer Mitteilung. Die Entscheidung für Saragossa folge dem strategischen Unternehmensziel, Fahrzeuge dort zu bauen, wo sie verkauft werden.

Von

dpa

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