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10.01.2011

06:53 Uhr

Neuer Passat

VW bläst mit neuem Auto zum Angriff auf Detroit

Ein Absatzrekord ist Volkswagen nicht genug. Auf der Motorshow in Detroit gibt VW-Chef Martin Winterkorn den offiziellen Startschuss für eine große Offensive auf dem US-Automarkt. Diesen will der deutsche Autobauer vor allem mit einem neuen Modell im Sturm erobern: einer eigens für Amerika konzipierten Mittelklasselimousine.

Der neue Passat für den amerikanischen Markt. DAPD

Der neue Passat für den amerikanischen Markt.

HB DETROIT. Kurz vor dem Start der bedeutenden amerikanischen Motorshow in Detroit hat der Volkswagen-Konzern im Jahr 2010 mit mit 7,14 Millionen Auslieferungen einen neuen Rekord aufgestellt. Das sagte Vorstandschef Martin Winterkorn in der US-Autometropole Detroit. Der Zuwachs betrug weltweit 13,5 Prozent, wie er sagte.

Winterkorn rechnet trotz des neuen Absatzrekords nicht damit, Weltmarktführer Toyota schneller vom Thron stoßen zu können. „Auch Toyota wird nicht stehenbleiben“, sagte Winterkorn. Der Rivale müsse ernst genommen werden, betonte der Konzernchef. Volkswagen will Toyota bis 2018 beim Absatz einholen und dann auch ähnlich profitabel sein wie sein japanisches Vorbild. Analysten hatten spekuliert, VW könne Toyota wegen der Rekordfahrt schneller an der Weltmarktspitze ablösen.

Rivale Toyota rechnet nach früheren Angaben dank des florierenden Asiengeschäfts für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr mit einem konzernweiten Absatz von 7,41 Millionen Einheiten. Die Japaner waren vor einem Jahr wegen einer beispiellosen Rückrufaktion aus dem Tritt gekommen, haben sich inzwischen aber wieder gefangen.

Winterkorn sagte, Volkswagen werde den Absatz im laufenden Jahr weiter steigern. Auf die Frage, wie sich der Konzern schlagen werde, sagte er: „Ich hoffe, noch ein bisschen besser als 2010.“ Der Weltmarkt werde vermutlich auf 62 bis 63 Millionen Einheiten von 59 Millionen im vergangen Jahr steigen. Das Wachstum dürfte wie im abgelaufenen Jahr vor allem aus China und Brasilien kommen, wo die Autonachfrage nach wie vor hoch ist.

Kommentare (3)

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Deutsche Autos in USA

10.01.2011, 08:59 Uhr

"...deutschen Passats, verlangte aber wegen der Wechselkurse dafür über 27.000 Dollar. Die hohe Preissenkung wird möglich, weil VW extra für den neuen US-Passat ein Werk im US-bundesstaat Tennessee errichtet hat..."

Da kann man ja nur staunen. Komisch, dass der in Deutschland für Deutschland produzierte Passat keine Preissenkung erfährt. Eine wichtige Rolle für das billige Veramschen der deutschen Autos auf dem USA-Markt spielt dabei die Preissubventionierung durch den deutschen Autokäufer. Deutsche Autos sind nirgendwo auf der Welt so teuer, wie in Deutschland. Wer wie ich öfter in den USA ist, weiß dass man dort deutsche Autos nicht so oft auf den Straßen sieht. Sieht man sie doch, dann meist die Oberklasse von Porsche, Mercedes, bMW und Audi. Passats, Golfs/bora/Jetta sind die absoluten Ausnahmen auf amerikanischen Straßen. Doch dass hindert die deutschen Autohersteller nicht daran, schon seit Jahren den Verkauf ihrer günstigen Fahrzeuge in den USA durch überteuerte Autos in Deutschland zu subventionieren. Wenn man schon in Amerika ein kleines Stück des Kuchens ab bekommen will, muss man eben über die Preisschiene Jahr für Jahr ein wenig dazu gewinnen. Wir Deutschen dürfen auch für dieses Exportwunder kräftig zahlen.

Thomas Melber, Stuttgart

10.01.2011, 09:25 Uhr

@1
Das gilt sinngemäß aber auch für den Preis amerikanischer Fahrzeuge in Deutschland, z.b. Jeep Grand Cherokee.

ralf mischner

10.01.2011, 18:12 Uhr

Volkswagen sollte hinsichtlich der Ziele auf dem US-Markt auch Ford auf der Rechnung haben. Sollte deren Strategie aufgehen, könnte dies die VW-Party vermiesen.

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