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06.03.2012

14:59 Uhr

Neuer RWE-Chef Terium

„Wir können und müssen uns verändern“

VonTobias Döring

Peter Terium übernimmt bald den Vorstandsvorsitz bei RWE von Jürgen Großmann. Bei der Bilanzpressekonferenz geben sich die beiden als Team – sie sind aber grundverschieden. Terium wird den Energiekonzern verändern.

Jürgen Großmann und sein Nachfolger Peter Terium (l.). dapd

Jürgen Großmann und sein Nachfolger Peter Terium (l.).

EssenTrotz schlechter Zahlen war einer bei der Bilanzpressekonferenz des Energiekonzerns RWE in bester Laune: Jürgen Großmann. Zum einen, weil die Ergebnisse in seinem letzten kompletten Amtsjahr ein wenig besser waren, als es die bereits düsteren Prognosen der Analysten vorhergesagt hatten. Zum anderen war die gute Stimmung wohl aber auch auf die Altersmilde des scheidenden Vorstandvorsitzenden zurückzuführen. 60 Jahre alt ist Großmann seit dem vergangenen Sonntag. Der „Energieriese“ hat seinen Kampf gekämpft, bald übernimmt der Neue im Hause RWE: Peter Terium.

Zum 1. Juli findet der Wechsel an der Spitze des Vorstands statt. Seit September ist Terium bereits stellvertretender Vorsitzender. Während Großmann, über zwei Meter groß und kräftig gebaut, lange gegen die Energiewende ankämpfte und von vielen als größter Atomlobbyist des Landes angesehen wurde, soll Terium den Konzern mit erneuerbaren Energien sattelfest für die Zukunft machen. Ohne dabei jedoch die Tradition und das Kerngeschäft des Konzerns – wie die Energieerzeugung aus Braunkohle – zu vernachlässigen.

Der Niederländer Terium gilt als eine Art „Gegen-Großmann“. Bei der Bilanzpressekonferenz präsentieren sich der alte und der neue Vorstandsvorsitzende jedoch als Teamspieler. Gemeinsam kommen sie zur Pressekonferenz. Großmann geht voran, hält seinem Nachfolger jedoch die Tür weit auf. Ausgiebig lassen sich die beiden von den Fotografen ablichten. Doch schon hier werden die Unterschiede zwischen dem ungleichen Duo deutlich. Der gebürtige Mülheimer Großmann gilt als laut, als polternd. Er redet viel. Ob die beiden fürs Foto wohl noch etwas enger zusammenrücken könnten? „Ich will doch keinen Hochzeitsantrag abgeben“, scherzt Großmann.

Terium hält sich zurück und lächelt. Hochkonzentriert sitzt der 48-Jährige anschließend auf dem Podium, während Großmann locker mit den Fotografen plaudert. Er genießt den Auftritt. Mit gewohnt rauer Stimme zieht Großmann Bilanz. „Ich habe nicht vor, meine komplette Amtszeit en détail zu rekapitulieren“, sagt der Energiemanager und redet dann in der Tat nicht viel länger als später Terium drei Plätze neben ihm.

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RWE hat im Geschäftsjahr 2011 deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Doch Großmanns letzte Zahlen sind besser als erwartet. Das Nettoergebnis des Energieversorgers ging um 45,4 Prozent auf 1,806 Milliarden Euro zurück (Vorjahr: 3,308 Milliarden). Das nachhaltige Nettoergebnis, Bemessungsgrundlage für die Höhe der Dividende, steht mit 2,479 Milliarden Euro und einem Minus von 33,9 Prozent auch nicht viel besser da (Vorjahr: 3,752 Milliarden). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schließlich ging um 17,5 Prozent auf 8,46 Milliarden Euro zurück (Vorjahr: 10,256 Milliarden).

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