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26.03.2013

18:46 Uhr

Neuer Tarifvertrag

Opelaner in Eisenach stimmen Sanierungsplan zu

Nach den Standorten in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Dudenhofen haben nun auch die Beschäftigten im Eisenacher Opel-Werk dem Sanierungsplan zugestimmt. Damit ist das Vorhaben nur in Bochum durchgefallen.

Arbeiter an der Lackierstrecke im Opel-Werk in Eisenach. dapd

Arbeiter an der Lackierstrecke im Opel-Werk in Eisenach.

EisenachDie Beschäftigten im Opel-Werk Eisenach haben mit großer Mehrheit dem lange umstrittenen Sanierungsplan für den Autobauer zugestimmt. Der dazugehörige Tarifvertrag sei am Dienstag in geheimer Abstimmung von 89,7 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder gebilligt worden, teilte der Bezirksleiter der IG Metall, Armin Schild, mit.

Das Sanierungsprogramm sieht vor, dass im jüngsten deutschen Opel-Werk in Thüringen auch nach 2015 zwei Modelle produziert werden. „In Eisenach sind damit Produktionszusagen verbindlich geregelt, die den Standort sichern“, sagte Schild.

Gewerkschaftsmitglieder der Opel-Standorte Rüsselsheim, Kaiserslautern und Dudenhofen hatten den Sanierungsplan bereits angenommen. Im besonders von Kürzungen betroffenen Werk Bochum war er durchgefallen. „Für Bochum gibt es damit keine Lösung. Aber wir werden alles tun, damit möglichst viele Arbeitsplätze dort erhalten werden“, sagte Schild. Am Mittwoch will nach seinen Angaben noch der IG Metall Vorstand über den Opel-Tarifvertrag entscheiden.

Der Kompromiss sieht vor, dass die Opel-Beschäftigten im Gegenzug zum um zwei Jahre bis Ende 2016 verlängerten Kündigungsschutz vorübergehend auf Tariferhöhungen verzichten.

Die Sanierungspläne von Opel

Der „Deutschland-Plan“

Das Opel-Management hatte seine Absichten für das Werk Bochum bereits im Juni in einem „Deutschland-Plan“ skizziert, der die Grundlage der Sanierung des verlustreichen Herstellers sein soll. Die Eckpunkte haben sich seitdem kaum verändert. Hier die wichtigsten Bestandteile.


Werk in Bochum schließt

Mit dem Verlegung der aktuellen Generation des Familien-Vans Zafira nach Rüsselsheim endet die Fahrzeugproduktion im Traditionswerk Bochum Ende 2014. Erhalten wird nur ein Warenverteilzentrum.

Bessere Auslastung für andere Werke

Die übrigen Opel-Werke könnten durch die Produktion für andere Automarken, etwa die Schwester Chevrolet, besser ausgelastet werden.

Hoffnung auf Nischenmodelle

Nischenmodelle wie der Mini-SUV Mokka oder der Kleinwagen Adam sollen zusätzlichen Absatz bringen.

Neue Märkte erschließen

Über den Mutterkonzern General Motors will Opel wachsende Auslandsmärkte wie Russland oder die Türkei besser erschließen.

Sparen dank Kooperation

In der Zusammenarbeit mit dem Partner PSA Peugeot Citroën will GM für Opel Spareffekte nutzen, etwa in der Konstruktion oder womöglich sogar beim Bau von Fahrzeugen.

In Eisenach beschäftigt Opel rund 1600 Mitarbeiter, dort werden der Corsa und seit Jahresbeginn das neue Stadtauto Adam gebaut. Nach Angaben von Betriebsratschef Harald Lieske ist das Werk derzeit im Zwei-Schicht-Betrieb ausgelastet.

Von

dpa

Kommentare (1)

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jugger

26.03.2013, 22:54 Uhr

Tja, das der Plan nur hier durchgefallen ist, macht aber nix. Denn die Werke I bis III schliessen, die meisten Arbeitsplätze dort und bei anhängingen Firmen gehen verloren. Nicht nur für die jetzt Betroffenen sondern auch für die nächste Generation von Arbeitssuchenden. BO- Laerwird trotzdem kein verlassener Stadteil. Direkt am Werk hat ein grosser McDonalds aufgemacht, neben an eine Tankstelle und AutoWerkstatt. Was amn so ansiedelt, wenn gar nichts anderes geht. Aber es herrscht dort Hochbetrieb.

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