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15.07.2012

18:27 Uhr

Neuer Vorstandschef

Opel-Aufsichtsrat beruft Sondersitzung ein

Nach dem Abgang von Opel-Vorstandschef Stracke muss in Windeseile ein passender Nachfolger her. Dafür kommt der Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung zusammen. Im Rennen sind Manager aus den eigenen Reihen.

Die Statue des Firmengründers Adam Opel vor dem Hauptsitz in Rüsselsheim. Reuters

Die Statue des Firmengründers Adam Opel vor dem Hauptsitz in Rüsselsheim.

Frankfurt/Berlin/RüsselsheimNach dem überraschenden Wechsel an der Spitze von Opel soll der Aufsichtsrat des angeschlagenen Autobauers offenbar zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Das Kontrollgremium werde am Dienstag über die weitere Strategie zur Rettung von Opel beraten, berichtete die "Bild"-Zeitung am Wochenende. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge soll der Aufsichtsrat bei seinem Treffen einen kommissarischen Vorstandschef küren, der Interimschef Stephen Girsky an der Spitze des Unternehmens ablöst.
Als heißester Kandidat für den Chefposten gilt Strategievorstand Thomas Sedran. Auch Opel-Produktionsvorstand Peter Thom werden Chancen eingeräumt. Der Chefwechsel schürt bei Opel aber auch neue Ängste vor einem Kahlschlag. Insider sind überzeugt, dass die US-Mutter General Motors einen Nachfolger einsetzen wird, der härter durchgreift.

Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke hatte vergangene Woche mitten im Überlebenskampf des Autobauers überraschend seinen Hut nehmen müssen. Mehrere Zeitungen berichteten daraufhin, Strategiechef Thomas Sedran habe die besten Chancen, Stracke zu beerben. Auch Produktionschef Peter Thom wurde als aussichtsreicher Kandidat genannt.

Der bisherige Chef-Lobbyist, Volker Hoff, hat das Unternehmen indes ebenfalls verlassen. Dies bestätigte der zu GM gehörende Autobauer am Sonntag. Hoff, früherer hessischer CDU-Minister, war für Regierungsbeziehungen zuständig.

Die europäischen Opel-Werke im Überblick

Die Ausgangslage

Opel leidet unter sinkendem Absatz und teuren Überkapazitäten. Nun will der Autobauer in seinem Werk in Bochum keine Autos mehr bauen. Eine Übersicht über die Fertigungsstätten.

Bochum

In Bochum laufen der Astra Classic und der Zafira Tourer vom Band. Ende 2014 läuft die Produktion aus. Danach soll die Autoproduktion eingestellt werden.

Rüsselsheim

Am Stammsitz Rüsselsheim werden der Insignia sowie ein Astra-Modell (5-Türer) gefertigt. 13 800 Mitarbeiter sind am Standort beschäftigt, davon 3500 in der Produktion und 7000 im Bereich Entwicklung und Design.

Eisenach

In Eisenach bauen knapp 1600 Beschäftigte den Corsa.

Kaiserslautern

In Kaiserslautern bauen knapp 2700 Beschäftigte Komponenten, Motoren und Achsen.

Gleiwitz (Polen)

In Gleiwitz läuft seit 2011 nur noch der Astra (bis 2010 auch der Zafira) vom Band; in Polen sind rund 3500 Menschen beschäftigt.

Saragossa (Spanien)

Am Standort Saragossa fertigen rund 6100 Mitarbeiter den Corsa, den Meriva und den Combo. Ab 2014 soll auch der Mokka in Spanien gebaut werden.

Ellesmere Port (England)

Etwa 2100 Mitarbeiter bauen für die Opel-Schwester Vauxhall in Ellesmere Port Astra-Modelle. Dort konnte das Management zuletzt rigide Sparmaßnahmen durchsetzen.

Luton (England)

In Luton wird der Transporter Opel Vivaro von 1100 Beschäftigten gefertigt.

Sonstige

Motoren und/oder Getriebe werden zudem in Szentgotthárd (Ungarn/660 Mitarbeiter) und Aspern (Österreich/1700) sowie in einem Joint Venture in Tychy (Polen) hergestellt. In Rüsselsheim und Turin hat der Hersteller Entwicklungszentren.

Bereits geschlossen wurde das Werk Antwerpen mit zuletzt mehreren tausend Mitarbeitern.

Arbeitnehmer und Experten befürchten nach dem Abgang Strackes eine vom Mutterkonzern General Motors verordnete Rosskur für die Rüsselsheimer Traditionsmarke. Der "Bild"-Zeitung zufolge hat Interimschef Girsky die Belegschaft in einer E-Mail auf eine rasche Änderung der Strategie des Autobauers eingeschworen. Von den Mitarbeitern verlangte er zusätzliche Anstrengungen. "Unsere erfolgreiche Revitalisierung erfordert von uns allen die Bereitschaft, das Geschäft anders zu machen als bisher und dabei schnell zu handeln. Jeder Einzelne von uns ist verantwortlich für die Ergebnisse", zitiert die Zeitung Girsky.

Girsky betonte zudem, der eingeschlagene Sanierungskurs gehe auf jeden Fall weiter: Die „dringenden Arbeiten zur Wiederherstellung einer nachhaltigen Profitabilität bei Opel/Vauxhall und GM in Europa“ würden ohne Unterbrechung fortgesetzt. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Wolfgang Schäfer-Klug war am Wochenende für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Kommentare (1)

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15.07.2012, 19:15 Uhr

Die IGM blickt es nicht oder will es nicht verstehen - Opel muß 2-3 Standorte schnellstes zu machen, um dann raus aus den Negativschlagzeilen zu kommen - nur dann kann das noch was werden - sonst gehen alle den Bach runter.

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