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02.01.2004

09:59 Uhr

Neuer Vorstandschef versucht, durch Spartenverkäufe Zeit für Restrukturierung zu gewinnen

Rhodia muss jetzt das Tafelsilber verkaufen

VonAndreas Bohne (Handelsblatt)

Der französische Chemiekonzern Rhodia S.A. bleibt trotz Abschluss eines Refinanzierungsabkommens im Volumen von 2 Mrd. Euro gefährdet. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Einstufung des Konzerns auf die Note B gesenkt.

PARIS. „Rhodia steht unter dem Druck seiner Finanzierungskonditionen“, sagte ein Analyst der Agentur, „Die Fähigkeit der Gruppe, ihre Engagements einzuhalten, hängt davon ab, ob Spartenverkäufe und Kapitalerhöhung gelingen.“

Die Refinanzierung umfasst die Streckung existierender Kredite von 970 Mill. Euro, deren Konditionen Rhodias Vorstandschef Jean- Pierre Clamadieu in den nächsten Monaten neu ausgehandeln will. Dazu kommt eine neue Linie über 758 Mill. Euro, die Rhodia bis Juni zur Verfügung steht. Dazu soll eine Kapitalerhöhung um 300 Mill. Euro kommen, deren Erfolg Pariser Finanzkreise aber noch bezweifeln.

Zusätzlichen Druck machen Clamadieu zwölf US-Fonds unter Führung von George Soros, denen Rhodia im Rahmen von Privatplatzierungen Schuldtitel angedient hatte, als der Konzern Gruppe noch ein besseres Schulden-Rating hatte. Die Fonds verlangen die sofortige Rückzahlung von 249 Mill. Euro. Sie berufen sich auf eine Vertragsklausel, die eine sofortige Tilgung plus 25 % Strafzins vorsehe, sollten Rhodias Schulden das 2,5fache des Betriebsgewinns übersteigen. Derzeit schätzen die Amerikaner Rhodias Schulden auf das Vierfache dieses Wertes.

Deswegen muss Clamadieu die Gruppe, die wegen überteuerter Zukäufe und unter den Erwartungen liegenden Erträgen in Schieflage geraten ist, durch Notamputationen retten. Zu deren Vorbereitung kündigte er Wertberichtigungen von 875 Mill. Euro noch im alten Geschäftsjahr an. Analysten erwarten, dass Rhodia 2003 deswegen tief in den roten Zahlen abschließt.

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