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15.01.2007

13:50 Uhr

Neues Geschäftsfeld für Pfleiderer

Pfleiderer will Laminat-Erfinder übernehmen

Der Holzverarbeiter Pfleiderer will mit der Übernahme des schwedischen Bodenbelagherstellers Pergo in den europäischen Markt für Laminatfußböden einsteigen. Obwohl Pfleiderer in den USA bereits Laminatböden verkauft, so ist das Unternehmen in Europa auf dem Markt bisher nicht vertreten.

HB MÜNCHEN. Rund 300 Mill. Euro will sich das Unternehmen aus Neumarkt in der Oberpfalz den Zukauf kosten lassen. 42 Prozent der Pergo-Aktien hat Pfleiderer den Angaben vom Montag zufolge bereits sicher, 90 Prozent sollen es mindestens werden. Die vierwöchige Annahmefrist soll voraussichtlich in der Woche ab Montag, 29. Januar, beginnen. Der Pergo-Vorstand habe seinen Aktionären die Annahme des Angebots empfohlen.

Da Pfleiderer bislang kein Laminathersteller in Europa sei, sei auch nicht mit Schwierigkeiten hinsichtlich der Kartellbehörden zu rechnen, sagte Pfleiderer-Chef Hans Overdiek am Montag. „Wir glauben, dass der Zusammenschluss sehr viel Sinn macht.“ So entstehe der stärkste Hersteller von Laminatboden in Nordamerika. 2005 war der Holzverarbeiter mit der Übernahme der Kunz-Gruppe in Nordamerika in den Laminatbodenmarkt eingestiegen und damit zu den führenden Anbietern im Holzwerkstoffgeschäft aufgestiegen. Mit Pergo - dem Erfinder des Laminatbodens - sei Pfleiderer nun strategisch sehr gut in Nordamerika aufgestellt. Da der Kundenstamm relativ wenig Überschneidungen aufweise, ergänzten sich die beiden Unternehmen hervorragend.

Pfleiderer erhofft sich aus der Übernahme vor allem Synergien in den Bereichen Einkauf und Logistik sowie aus der besseren Nutzung vorhandener Patente und Lizenzen. Pergo erzielt im Jahr einen Umsatz von 330 Mill. Euro Euro und beschäftigt rund 600 Mitarbeiter. Arbeitsplätze sind Overdiek zufolge durch die Übernahme nicht gefährdet.

Pfleiderer hat nach Angaben seines Chefs seine Ziele für 2006, bei einem Umsatz von 1,4 Mrd. Euro einen operativen Gewinn von 200 Mill. Euro zu erwirtschaften, übertroffen. Die Aktionäre können daher auf eine leichte Erhöhung der Dividende hoffen. Einen konkreten Vorschlag des Vorstands gebe es zwar noch nicht, sagte Overdiek. Er könne sich aber eine leichte Anhebung vorstellen. Pfleiderer hatte für 2005 erstmals seit vier Jahren wieder eine Dividende von 15 Cent gezahlt.

Er wolle lieber in das Unternehmen investieren, als eine große Dividende zu bezahlen, beschreibt Overdiek seine Strategie. Mit der Übernahme von Pergo ist seine Einkaufstour deshalb nicht zu Ende. Zur Stärkung und zum Ausbau des Geschäfts stellte Overdiek deshalb für die nächsten zwölf Monate weitere Akquisitionen in Aussicht. Von den zusätzlich für Zukäufe geplanten 500 Mill. Euro seien nach der Pergo-Übernahme noch 200 Mill. Euro übrig. Eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung von Pergo schloss Overdiek aus. Für die Übernahme sei mit ABN Amro und der Barclays Bank ein Kreditvertrag vereinbart worden.

Die Pfleiderer-Aktie legte am Montag 2,5 Prozent auf 23,86 Euro zu und gehörte damit zu den größten Gewinnern im MDax.

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