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01.08.2011

12:20 Uhr

Neues Joint Venture

Siemens will in Russland wachsen

VonAxel Höpner

Für Siemens hat das Geschäft mit Russland eine hohe strategische Bedeutung. Denn sein ehrgeiziges Ziel in Sachen Konzernumsatz soll nicht zuletzt mit dem Geschäft in Schwellenländern erreicht werden.

Rund zehnmal im Jahr reist Siemens-Chef Peter Löscher nach Russland. Quelle: dapd

Rund zehnmal im Jahr reist Siemens-Chef Peter Löscher nach Russland.

MünchenIn dieser Woche wird Siemens-Chef Peter Löscher wieder einmal höchstpersönlich nach Russland reisen. In Jekaterinburg will der Österreicher beim „Tag der Eisenbahner“ die neue Güterlokomotive „Granit“ vorstellen. 221 Stück der 9.000 Tonnen schweren Gefährte will Siemens in den nächsten Jahren in Russland bauen.

Mit seinem Besuch vor Ort will Löscher auch ein Signal senden: Das Verhältnis von Siemens zu Russland, lautet die Botschaft, ist besser denn je – trotz, oder gerade wegen, der Turbulenzen um das geplatzte Nuklear-Bündnis mit Rosatom. Im Schnitt ist der Siemens-Chef etwa zehnmal im Jahr in Russland.

Manch einer hatte befürchtet, die Geschäftschancen von Siemens könnten sich verschlechtern. Davon ist aber nichts zu spüren. Nach Informationen des Handelsblatts aus Unternehmenskreisen wird Siemens heute gemeinsam mit der russischen Power Machines OJSB ein Gemeinschaftsunternehmen für Gasturbinen verkünden. Siemens wird daran 65 Prozent halten und im Gegenzug seine Beteiligung von gut 25 Prozent an Power Machines an den Mehrheitseigner Highstat abgeben. Ziel der neuen Firma ist es, für Russland und die Nachbarstaaten Gasturbinen zu entwickeln, zu produzieren und zu warten.

Die Russen zeigen mit dem Joint Venture, dass sie die Zusammenarbeit mit Siemens ausweiten wollen. Selbstverständlich ist das nicht, schließlich muss Löscher in den nächsten Wochen die Atom-Ehe mit Rosatom zumindest teilweise schon wieder aufkündigen, noch bevor sie so richtig vollzogen ist. Nach der Reaktorkatastrophe in Japan sind die Nukleargeschäfte für Siemens nicht mehr opportun. Das von Löscher angestrebte Atom-Comeback ist geplatzt.

Doch hinter den Kulissen sind längst Verhandlungen über eine Lösung gelaufen, bei der beide Partner das Gesicht wahren können. Laut Branchenkreisen wird Siemens nicht in den heißen Teil der Atomkraft einsteigen. Die Münchener könnten aber konventionelle Komponenten liefern oder als Ausgleich auf anderen Gebieten mit Rosatom zusammenarbeiten.

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