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24.01.2011

07:32 Uhr

Neues Lexikon

Was Weltmarktführer auszeichnet

VonTino Andresen

Bei Weltmarktführern ist Deutschland Spitze, wie das "Lexikon der deutschen Weltmarktführer" zeigt, das heute vorgestellt wird. Mitherausgeber Bernd Venohr spricht im Interview über die Vielfältigkeit der Spitzenunternehmen, die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind, und darüber, wie schnell China den historischen Rückstand aufholt.

Bernd Venohr ist Mitherausgeber des "Lexikons der deutschen Weltmarktführer" Quelle: Pressefoto

Bernd Venohr ist Mitherausgeber des "Lexikons der deutschen Weltmarktführer"

Handelsblatt: Herr Venohr, wie groß ist das Spektrum der deutschen Weltmarktführer?

Bernd Venohr: In meiner Datenbank sind 1500 Unternehmen erfasst, über die Hälfte davon hat es ins "Lexikon der deutschen Weltmarktführer" geschafft, die meisten stammen aus dem industriellen Mittelstand. Die Bandbreite reicht vom Zwei-Mann-Betrieb Windpilot, der Windsteueranlagen für Segelboote herstellt, bis zu Volkswagen, Europas größtem Autobauer. Ich vermute, dass es zusätzlich mehr als 1000 Mikro-Weltmarktführer gibt. Weil sie oft Kleinstnischen bedienen, ist das ganz schwer zu erfassen.

Warum kommen fast drei Viertel der Spitzenunternehmen aus den drei Bundesländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern?

Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg werden die technische Hochschulausbildung und der Technologietransfer von der Politik seit vielen Jahren sehr stark gefördert. Im Südwesten, wo es die größte Dichte an Weltmarktführern gibt, schaffen es dann die Firmen, mit fortwährenden Innovationen an der Weltspitze zu bleiben und sich immer wieder neu zu erfinden – auch dank sehr gut ausgebildeter Ingenieure und enger Kooperation mit Hochschulen.

In den Toppositionen bei deutschen Weltmarktführern finden sich viele Ingenieure und Naturwissenschaftler. Ist die demografische Entwicklung in diesem Zusammenhang ein Problem?

Ja, mittelfristig. Demografie ist ein harter Faktor, das ist für viele Firmen eine große Herausforderung. Bisher konnten sie sich auf das regionale Umfeld verlassen. Diese Pools sind zunehmend ausgeschöpft und man muss die Fangnetze breiter auslegen. Hier ist bei vielen Unternehmen ein Umdenken nötig: Sie dürfen sich nicht mehr verstecken und abwarten, bis sich geeignete Bewerber melden, sondern müssen aktiv Personalmarketing betreiben, deutschlandweit und zunehmend auch international. Da sehe ich starken Nachholbedarf.

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