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06.02.2012

06:08 Uhr

Neues Sparprogramm

Bei RWE stehen 3500 weitere Jobs auf der Kippe

VonJürgen Flauger

RWE ist nicht Eon, lautet die Devise der Gewerkschaften. Entsprechend gelassen sind die Reaktionen auf die drastischen Sparpläne des Vorstands. Allerdings: Bei der bisherigen Plänen wird es wohl nicht bleiben.

Der Energiekonzern RWE will in den nächsten Jahren mehr als 8000 seiner weltweit 72 000 Arbeitsplätze abbauen. dpa

Der Energiekonzern RWE will in den nächsten Jahren mehr als 8000 seiner weltweit 72 000 Arbeitsplätze abbauen.

DüsseldorfDer designierte RWE-Chef Peter Terium bereitet die Arbeitnehmer bereits auf harte Sparmaßnahmen vor. In den Jahren 2013 und 2014 will Terium, der im Juli den Vorstandsvorsitz von Jürgen Großmann übernimmt, das Ergebnis durch Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen um mindestens eine Milliarde Euro verbessern.

Dies geht aus einer Präsentation mit dem Titel „RWE 2015 – Das Programm für die Zukunft unseres Konzerns“ hervor, die in der vergangenen Woche dem Konzernbetriebsrat vorgestellt wurde und die dem Handelsblatt vorliegt. Damit würde der laufende Sparkurs des Energiekonzerns, der bis Ende 2012 bereits Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro pro Jahr einbringen soll, nach der Energiewende noch einmal deutlich verschärft.

Eine RWE-Sprecherin bestätigte am Sonntag, dass die genannte Milliarde eine "Plangröße" sei. Man verhandele darüber zurzeit mit den Betriebsräten. Wie viele Stellen insgesamt wegfallen würden, könne man in diesem Stadium noch nicht absehen. Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" handelt es sich um mindestens 3500 weitere Arbeitsplätze.

Terium war im vergangenen Sommer zu Großmanns Nachfolger gekürt worden und bereitet sich seit September als stellvertretender Vorstandsvorsitzender auf seine künftige Aufgabe vor. Diese wird schwierig werden, weil der Energiekonzerne durch den Atomausstieg die zuverlässigen Gewinne der Kernkraftwerke verliert und gleichzeitig Milliarden in den Umbau seiner Stromproduktion investieren muss.

750 Millionen Euro der zusätzlichen Einsparungen sollen bereits 2013 realisiert werden, 250 Millionen Euro im Jahr 2014. Alle Bereiche bekommen konkrete Zielvorgaben, die Details sollen in den kommenden Monaten ausgearbeitet werden. Wie aus der Präsentation hervor geht, will Terium auch die Chancen der Energiewende nutzen und neue Geschäftsmodelle bei erneuerbaren Energien, dezentraler Stromerzeugung oder Energieeffizienz entwickeln.

Das neue Sparprogramm kommt nicht überraschend. Großmann hatte im vergangenen August, parallel zu Teriums Berufung, angekündigt, dass der Konzern nach dem Ende des  laufenden Programms Ende 2012 neue Einsparungen in Angriff nehmen will. Die Details sollen jetzt bereits bei der Bilanzpressekonferenz Anfang März präsentiert werden. RWE hatte im vergangenen Jahr bereits mehrere andere Maßnahmen in Angriff genommen, um die durch die Energiewende geschwächte Kapitalbasis zu stärken.

Kommentare (6)

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Wutbuerger

05.02.2012, 23:41 Uhr

Geht in Ordnung. Freigesetzte ArbeitnehmerInnen können sehr viel Geld sparen, indem sie das morgendliche Spiegelei mit einer Photovoltaik-Anlage im Garten bruzeln und Abwaschwasser mit Nordseewind erwärmen.

Account gelöscht!

06.02.2012, 06:45 Uhr

Nach dem überhasteten Atomausstieg muß sich RWE neue Betätigungsfelder suchen. (z.B. Solaranlagen/Parks in Griechenland).
Die hiesigen Arbeitnehmer werden "freigesetzt".
Die haben dann viel Freizeit um an Anti-Kernkraft-Demos teilzuunehmen.

Account gelöscht!

06.02.2012, 06:56 Uhr

Deutschland werde seinen Strombedarf ohne Importe decken können, sagte der Präsident der Behörde, Jochen Flasbarth,

http://www.pnp.de/nachrichten/bayern/257088_Prag-forciert-Temelin-Ausbau.html

http://www.focus.de/finanzen/news/energie-polen-plant-atomkraftwerk-an-der-ostsee_aid_687962.html

http://forum.spiegel.de/f22/milliarden-investition-rwe-plant-atomkraftwerk-deutscher-grenze-35774.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,807323,00.html

Nun stellt sich die Frage wie kompetent dieser Jochen Flasbarth tatsächlich ist und wie Qualifiziert diese Behörde ihre arbeit macht , verfolgen diese Mitarbeiter Parteiziele oder sind sie wirklich Überparteilich ?
Ich denke wir sollten uns die ausgaben für eine solche Behörde sparen , Inkompetenter wie das der Herr Flasbarth macht geht es kaum .

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