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16.08.2013

16:18 Uhr

Neues Werk eröffnet

Volkswagens erster China-Streich

Volkswagen setzt auf China: Der Autokonzern hat am Freitag das erste von sieben neuen Werken in der Volksrepublik eröffnet. Die lokale Produktion soll das Wachstum weiter hoch halten – und VW an die Spitze bringen.

Volkswagen Santana in Shanghai: In der Stadt Changchun hat der Autobauer sein 101. Werk eröffnet. dpa

Volkswagen Santana in Shanghai: In der Stadt Changchun hat der Autobauer sein 101. Werk eröffnet.

Wolfsburg/PekingVolkswagen baut für die Zukunft voll auf China. Im Reich der Mitte verspricht sich der deutsche Autobauer weiteres Wachstum, um bis 2018 Toyota und General Motors zu verdrängen und zur weltweiten Nummer eins zu werden. Sieben neue Werke bauen die Wolfsburger daher in der Volksrepublik – das erste wurde am Freitag eröffnet. Es ist das 101. des Konzerns. In der Stadt Changchun ist eine Fertigungsstätte entstanden, die zunächst 300.000 Motoren im Jahr produzieren wird. Ab Mitte 2014 werden es sogar 450.000 sein.

Mit der Eröffnung im Nordosten der Volksrepublik startet der Volkswagen-Konzern eine neue Phase im China-Geschäft. Das Land ist zwar ein riesiger Absatzmarkt und der wichtigste Wachstumstreiber für VW. Doch damit wächst auch die Abhängigkeit: Mit 1,79 Millionen Autos macht der Absatz im größten Pkw-Markt der Welt ein Drittel der insgesamt 5,45 Millionen Fahrzeuge aus, die der VW-Konzern im laufenden Jahr bisher verkaufte.

Mit einem Zuwachs von 18,5 Prozent im Juli konnte der Autobauer zwar an das Wachstum des ersten Halbjahres (18,7 Prozent) anknüpfen, wie Volkswagen am Freitag bekanntgab. Und im Siebenmonatsvergleich der Jahre 2013 und 2012 sorgte vor allem der Absatzrenner China dafür, dass das Plus bei VW in diesem Jahr weiter bei mehr als fünf Prozent steht. Doch es gibt bereits erste mahnende Stimmen. Ewig wird es mit dem großen Wachstum in China nicht weitergehen können, zumindest wird das Geldverdienen schwieriger. Kunden zahlen nicht mehr jeden Preis. „In China haben wir heute einen normalen, reifen Markt“, sagte im Juli Dietmar Voggenreiter, der China-Chef der VW-Tochter Audi.

Größte ausländische Autohersteller in China

Platz 10

BMW - 326.000 verkaufte Fahrzeuge

China gehört für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Und BMW dringt in die Top Ten vor: Im Vorjahresvergleich legt der Absatz um beachtliche 40 Prozent zu. Auf den Plätzen folgen Suzuki, Daimler und Mazda.

Platz 9

Ford - 427.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner machen Boden gut, was sie ebenfalls dem Inselstreit zu verdanken haben. Im Vorjahresvergleich bleibt ein sattes Plus von 31 Prozent.

(Anm. d. Red.: Erfasst wurden nur Pkw-Verkäufe)

Platz 8

Peugeot-Citroën - 442.000 verkaufte Fahrzeuge

Während der Heimatmarkt schwächelt, können die Franzosen in Fernost ihre Verkäufe ausbauen. Der Absatz legt um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Platz 7

Kia - 512.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner können auch im Nachbarland ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einem Wachstum von 18 Prozent gehören sie mittlerweile zu den erfolgreichen Volumenherstellern in China.

Platz 6

Honda - 603.000 verkaufte Fahrzeuge

Honda muss ebenfalls Einbußen hinnehmen - wie die anderen japanischen Hersteller in China ebenfalls. Im Vorjahresvergleich steht ein Minus von drei Prozent.

Platz 5

Toyota - 841.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner müssen sich mit Rang fünf begnügen, vor allem im September hatte es einen herben Rückschlag der Verkaufszahlen auf gerade einmal 50.000 Stück gegeben. Im Gesamtjahr bleibt ein Absatzminus von fünf Prozent.

(Anm. d. Red.: Angabe laut Reuters)

Platz 4

Hyundai - 847.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner verdrängen Toyota auf Rang fünf und sind indirekter Nutznießer des Inselstreits. Die Hyundai-Verkäufe legten 2012 um zwölf Prozent zu.

Platz 3

Nissan - 1,18 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der Streit um eine Inselgruppe zwischen China und Japan hat die Absatzzahlen der Japaner deutlich in die Knie gedrückt. Im Gesamtjahr gab es für Nissan ein Minus von fünf Prozent.

Platz 2

Volkswagen - 2,81 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Wolfsburger können das größte Wachstum der Massenhersteller in der Volksrepublik vorweisen. Gegenüber dem Vorjahr haben die Volkswagen-Verkäufe um 24 Prozent zugelegt.

Platz 1

General Motors - 2,84 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner verteidigen hauchdünn die Spitzenposition in China. Im Jahresvergleich hat GM um elf Prozent zugelegt.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in China abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

Daher baut Volkswagen auf „Made in China“ – auch bei den Motoren. Chinesen sollen deutsche Autos kaufen, die aber in ihrem eigenen Land hergestellt wurden. Die lokale Produktion gilt als Schlüssel, um an die Weltspitze vorzustoßen. „Mit dem neuen Motorenwerk Changchun versorgen wir unsere Fahrzeuge in China mit modernen und hocheffizienten Aggregaten aus lokaler Produktion“, erklärte VW-China-Vorstand Jochem Heizmann bei der Eröffnung.

In der neuen Betriebsstätte baut Volkswagen in China zum ersten Mal Motoren, die die strenge europäische Abgasnorm Euro VI erfüllen. Der Produktionsstart sei ein Meilenstein, um VW „zum umweltfreundlichsten Automobilunternehmen in China zu machen“, sagte Heizmann.

In Changchun hat das Gemeinschaftsunternehmen der Wolfsburger mit First Automotive Works (FAW) seinen Sitz, auch der Partner selbst ist dort beheimatet. FAW-Volkswagen produziert im benachbarten Fahrzeugwerk Modelle der Marken VW und Audi für den chinesischen Markt. Dort rollen die VW-Modelle Golf, Jetta, New Bora, Sagitar, Magotan, Magotan CC sowie die Audis A4, Q3, Q5 und A6 vom Band.

Bis zum Jahr 2018 werden sechs weitere Werke in China eröffnet – vier wohl sogar noch in diesem Jahr. Mit der Eröffnung der Fahrzeugwerke in den Städten Foshan und Ürümqi wird noch in diesem Quartal gerechnet. Mit den insgesamt sieben Werkseröffnungen steigt die Zahl der Volkswagen-Mitarbeiter im Land um ein Drittel auf 100.000. Nach Fertigstellung können in China vier statt bisher 2,6 Millionen Fahrzeuge pro Jahr produziert werden. Vor der Eröffnung am Freitag hatte VW zwölf Werke in der Volksrepublik.

Kommentare (11)

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JAPAN

16.08.2013, 17:40 Uhr

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JAPAN

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