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04.07.2014

13:02 Uhr

Neugeschäft

Deutsche Industrie verliert im Mai Aufträge

Die deutsche Industrie muss im Mai ein unerwartet großes Auftragsminus hinnehmen. Das Bundeswirtschaftsministerium ist trotz des Dämpfers optimistisch und erwartet im gesamten zweiten Quartal mehr Bestellungen.

Ein Mercedes-Benz-Werk: Im Mai wurden weniger Investitionsgüter, zu denen auch Fahrzeuge gehören, nachgefragt. dpa

Ein Mercedes-Benz-Werk: Im Mai wurden weniger Investitionsgüter, zu denen auch Fahrzeuge gehören, nachgefragt.

BerlinDie deutsche Industrie hat im Mai beim Neugeschäft stärker Federn lassen müssen als erwartet. Die Bestellungen sanken um 1,7 Prozent zum Vormonat und damit fast doppelt so deutlich wie von Fachleuten erwartet, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet dennoch im gesamten zweiten Quartal mit einem Auftragsplus. „Gegenwärtig ist allerdings wohl aufgrund der gestiegenen geopolitischen Risiken eine gewisse Zurückhaltung zu beobachten“, betonte das Ministerium. Deshalb dürfte sich der Aufschwung in der Industrie insgesamt eher moderat fortsetzen.

Damit mehren sich die Zeichen, dass die Unternehmen zunehmend mit Vorsicht auf Krisen wie in der Ukraine und im Irak reagieren. Dies hatte jüngst auch das Ifo-Barometer für das Geschäftsklima gezeigt. Die monatliche Auftragsdaten schwanken allerdings oft. So hatte es im April mit plus 3,4 Prozent noch den stärksten Anstieg seit Mitte 2013 gegeben.

Ökonomen warnten davor, den jüngsten Rückgang überzubewerten. „Der Aufwärtstrend bei den Aufträgen bleibt intakt“, sagte Unicredit-Volkswirt Andreas Rees. „Für die Konjunktur zeigt der Daumen weiter nach oben“, ergänzte Stefan Kipar von der BayernLB. Als erfreulich bezeichneten die Experten, dass die Nachfrage aus den Euro-Ländern dank Großaufträgen mit 5,7 Prozent kräftig anzog. „Da belebt sich offenbar wirklich die Konjunktur“, sagte Kipar. Davon könnten die deutschen Firmen 2014 weiter profitieren.

Die gesamte Auslandsnachfrage sank um 1,2 Prozent, die Inlandsaufträge fielen um 2,5 Prozent. Die Nachfrage nach Konsumgütern sank um 1,2 Prozent. Bei den Investitionsgütern, zu denen Maschinen und Fahrzeuge gehören, gab es ein Minus von 0,7 Prozent. Am deutlichsten fiel die Nachfrage nach Vorleistungsgütern wie Chemikalien - und zwar um 3,4 Prozent. Insgesamt gab es laut Ministerium überdurchschnittlich viele Großaufträge. Ohne diese hätte es sogar ein Auftragsminus von 3,7 Prozent gegeben.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Herr Guckstdu Ahmed

04.07.2014, 09:45 Uhr

Das Geschäft bricht aufgrund fehlender Aufträge aus Russland ein!!
Nur das Geschäft mit den Euroländer läuft wieder an, da unser Superdraghi die Zinsen für die Pleiteländer der Südzone auf Rekordtiefs drückt. So können diese wieder unbegrenzt Aufschulden und Deutschland darf dafür garantieren. So nach dem Motto" Beim Pleitegehen auch schon wurst(Conchita Wurst).

Herr richard roehl

04.07.2014, 10:33 Uhr

Pssst, das sind doch die schlechten Aufträge, die in weichem Rubel bezahlt werden, die da wegbrechen. Die Guten, die in hartem Euro bezahlt werden, die bleiben uns erhalte. BTW. hat n den letzten Monaten noch jemand was von Target2 gehört? Ich glaube, die Gesinnungs-Stasi hat diesen Begriff auf den Index gesetzt

Herr Ylander Ylander

04.07.2014, 10:45 Uhr

Wir stehen vor dem nächsten Abschwung und vor der nächsten manifesten Phase der dauerhaften Finanzkrise.

Und die IG Metall fordert 5 % Lohnerhöhung.

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