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09.01.2017

14:07 Uhr

Neustart in den USA

VW will wieder geliebt werden

VonStefan Menzel

Volkswagen will nach der Diesel-Krise die Liebe der Amerikaner neu entfachen. In Detroit tritt der Autobauer bescheiden auf. Doch neue Entwicklungen im Abgasskandal könnten zarte Erfolge gleich wieder vereiteln.

„Wir wollen Amerikas Liebe für Volkswagen wieder entfachen." AP

Herbert Diess

„Wir wollen Amerikas Liebe für Volkswagen wieder entfachen."

DetroitZwei Autos stehen auf der Bühne des „Garden Theater“ von Detroit. Mit dem neuen Atlas und dem speziell für die USA verlängerten Tiguan Allspace will Volkswagen seine Geländewagen-Offensive auf dem amerikanischen Automarkt einläuten – und die Dieselaffäre damit am besten gleich ganz vergessen lassen.

„We want to reignite America's Love for Volkswagen“, sagte Markenchef Herbert Diess – VW will Amerikas „Liebe“ für VW wieder entfachen. „We are here to stay“, sekundierte Amerika-Chef Hinrich Woebcken.

Es ist eine typische Veranstaltung, wie es sie bei jeder größeren Automesse zu Dutzenden gibt. Autohersteller mieten ein Theater, ein großes Restaurant oder ein Museum an, um ihre Produktneuheiten in einem besonderen Ambiente und eben nicht nur auf der Messe zu präsentieren. Insofern bewegt sich die Volkswagen-Veranstaltung auf der Detroit Motor Show in einem gewohnten Rahmen.

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Trotzdem ist die VW-Präsentation mit Atlas und Tiguan Allspace zum Messeauftakt von Detroit in diesem Jahr etwas ganz Besonderes. Nach den vielen negativen Erfahrungen im Zusammenhang mit der Dieselaffäre schaltet Volkswagen auf der wichtigsten amerikanischen Automesse einen Gang zurück, die neuen Autos werden bescheidener und zurückhaltender als in den Vorjahren präsentiert.

Üblich ist bei Volkswagen eigentlich ein Konzernabend, auf dem sich alle Marken des Unternehmens gemeinsam vorstellen dürfen. VW, Porsche und Audi treten dann zusammen auf, um so etwas wie einen Familienverbund zu demonstrieren. Doch in diesem Jahr ist in Detroit erstmals alles anders. Auf der Bühne des Garden Theaters stehen nur Fahrzeuge von Volkswagen, es ist der Markenabend von VW.

So bleibt an diesem Messe-Abend in Detroit die Premiumtochter Audi ausgesperrt. „An so etwas müssen wir uns erst einmal gewöhnen“, erzählt ein Audi-Manager. Jede einzelne Marke des Konzerns agiert heute eigenständiger, wie das Beispiel der Automesse in Detroit zeigt. Dazu gehört auch der kritische Blick auf die Kosten – und Audi hat sich aus Gründen einer neuen Sparsamkeit gegen einen eigenen Markenabend irgendwo in Detroit entschieden.

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Dass es bei Volkswagen in Detroit keinen großen Konzernabend mehr gibt, hat auch mit der Dieselaffäre zu tun. Am Montag machte ein Bericht der „New York Times“ Schlagzeilen, nachdem die US-Bundespolizei FBI einen VW-Manager festgenommen hat. Ihm werde Verabredung zum Betrug vorgeworfen. Er soll demnach eine Schlüsselrolle bei der versuchten Vertuschung des Skandals gespielt haben.

Der Manager solle an diesem Montag in Miami vor Gericht erscheinen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Detroit. Ein VW-Sprecher erklärte, der Konzern wolle sich nicht zu Personalangelegenheiten oder laufenden Ermittlungen äußern. Im vergangenen Jahr hatte bereits ein Ingenieur in den USA zugegeben, an der Manipulation beteiligt gewesen zu sein. Ihm steht ein Prozess noch bevor.

Kommentare (19)

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Herr Max Marx

09.01.2017, 11:51 Uhr

Die VW Aktie jedenfalls gibt mächtig Gas!!!

Herr Moritz J. Mueller

09.01.2017, 11:55 Uhr

Am Geltungsdrang sind immer diejenigen gut zu erkennen, die es, durch ihr Handeln, in keiner Weise verdienen geliebt zu werden. Mit anderen Worten; die Destruktiven, die dem Nächsten gegenüber keinerlei Respekt zollen.

Account gelöscht!

09.01.2017, 12:04 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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