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04.08.2014

16:17 Uhr

Neuzulassungen

Firmengeschäft treibt Pkw-Absatz im Juli

Gewerbliche Kunden kurbeln den Automarkt in Deutschland an: Nach zuletzt schrumpfenden Zahlen sorgen die Firmen-Zulassungen für ein Plus von sieben Prozent. Düsterer sieht es trotz Rabatten bei den Privatkunden aus.

Gewerbliche Kunden haben im Juli für eine Besserung am Automarkt gesorgt. Bei den privaten Neuzulassungen sieht es schlechter aus. dpa

Gewerbliche Kunden haben im Juli für eine Besserung am Automarkt gesorgt. Bei den privaten Neuzulassungen sieht es schlechter aus.

MünchenDie höhere Nachfrage nach Firmenfahrzeugen hat den Pkw-Absatz in Deutschland im Juli beflügelt. Knapp 270.300 Autos wurden im vergangenen Monat neu zugelassen, das sind fast sieben Prozent mehr als vor Jahresfrist, wie das Kraftfahrtbundesamt und der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Montag mitteilten. Im Juni war der Absatz in Deutschland, Europas größtem Pkw-Markt, überraschend geschrumpft.

Seit Jahresbeginn stieg die Zahl der Neuzulassungen um drei Prozent auf mehr als 1,8 Millionen Fahrzeuge. Der Zuwachs sei „vor allem auf das lebhafte Geschäft der gewerblichen Zulassungen zurückzuführen“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Die privaten Fahrzeug-Neuanmeldungen blieben hinter den Erwartungen zurück, „doch gibt der steigende Auftragseingang aus dem Inland Hoffnung“.

Autoexperte Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY verwies darauf, dass dem Plus von 16 Prozent bei den Firmenwagen ein Minus von fünf Prozent bei den Neuzulassungen auf Privatpersonen entgegen stehe. „Offenbar sehen die deutschen Verbraucher trotz extrem günstiger Finanzierungsbedingungen, guter Arbeitsmarktlage und positiver Konjunkturaussichten nach wie vor wenig Anlass zum Autokauf.“

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Auch hohe Rabatte auf Neuwagen änderten daran wenig. Im Juli wurden rund 38 Prozent der neuen Pkw auf private Halter zugelassen; damit entfielen fast 62 Prozent auf gewerbliche Nutzer. Besonders gefragt waren Oberklasse- und Geländewagen. Familienkutschen und Sportwagen wurden dagegen deutlich seltener gekauft.

Wie das Kraftfahrtbundesamt weiter mitteilte, setzten im abgelaufenen Monat fast alle deutschen Hersteller mehr Fahrzeuge ab. VW und die Konzerntöchter Audi und Porsche fuhren ebenso wie BMW zweistellige Zuwachsraten ein, während Mercedes im Juli kaum vom Fleck kam. Von der Daimler-Kleinwagenmarke Smart sowie vom Mini aus dem Hause BMW wurden weniger Fahrzeuge verkauft.

Für Schwung sorgte bei den Autobauern vor allem das Exportgeschäft, das im Juli laut VDA um 13 Prozent zulegte. Insgesamt wurden fast 407.000 Pkw an ausländische Kunden ausgeliefert, seit Jahresbeginn waren es 2,6 Millionen (plus acht Prozent).

Von

rtr

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