Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2010

08:31 Uhr

Nichtentlastung

Bei Porsche droht neuer Ärger

VonMarkus Fasse

Corporate-Governance-Wächter Strenger will der Entlastung des ehemaligen Porsche-Managers Wendelin Wiedeking widersprechen. Als Grund nannte er die hohen Abfindungen, die den ehemaligen Topmanagern trotz starker Verluste im abgelaufenen Geschäftsjahr zugesichert worden waren.

Wiederking unter Beschuss: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Ex-Manager wegen des Verdachts der Marktmanipulation. Quelle: ap

Wiederking unter Beschuss: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Ex-Manager wegen des Verdachts der Marktmanipulation.

MÜNCHEN. Die Tagesordnung der Porsche-Hauptversammlung Ende Januar provoziert Widerspruch. Christian Strenger, Aufsichtsratschef der Fondsgesellschaft DWS und Mitglied der Corporate-Governance-Kommission, will dem ehemaligen Vorstand und dem amtierenden Aufsichtsrat des Sportwagenherstellers die Entlastung verweigern. Strenger begründet den Schritt in seinem Antrag, der dem Handelsblatt vorliegt, mit den hohen Verlusten von Porsche im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 und den hohen Abfindungen für die ehemaligen Topmanager Holger Härter und Wendelin Wiedeking.

Die Nichtentlastung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Wiedeking und seines Finanzchefs Härter begründet Strenger mit dem "desaströsen Ergebnis" aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr, das Porsche einen Verlust von 4,4 Mrd. Euro beschert hat. Die roten Zahlen sind vor allem das Resultat des gescheiterten Versuchs, VW zu übernehmen, bei dem hohe Verluste auf Optionen anfielen. Der Porsche-Aufsichtsrat hat sich für eine Vertagung der Entlastung ausgesprochen. Das Gremium will den Ausgang der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abwarten, die Härter und Wiedeking Marktmanipulationen vorwirft.

Strenger reicht das nicht. In seinem Gegenantrag rügt er auch das Verhalten des Aufsichtsrats, der Wiedeking und Härter Abfindungen von insgesamt 71 Mio. Euro zugesichert habe, obwohl es der Firma zum Zeitpunkt der Entscheidung "erkennbar schlecht" gegangen sei.

Die außerordentliche PorscheHauptversammlung ist für den 29. Januar angesetzt. Hauptaktionäre der Porsche S.E. sind die Familien Piëch und Porsche. Porsche soll unter Beteiligung des Emirats Katar schrittweise in den VW-Konzern integriert werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×