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07.01.2004

10:40 Uhr

Nichts trübt die gute Laune auf der Detroit Motor Show

Optimismus auf Rädern

VonJens Eckhardt

Die Bilanz des zurückliegenden Jahres ist für die US-Hersteller ernüchternd, auch die europäischen Autobauer haben schwierigere Zeiten vor sich. Und dennoch: Nichts trübt die gute Laune auf der Detroit Motor Show.

Besucher betrachten auf der Detroit Motor Show die Studie Chrysler ME Four-Twelfve. Der Supersportwagen, mit dem AMG 6 Liter 12 Zylinder-Mittelmotor und vier Turboladern, leistet rund 850 PS und soll in der Liga der Supersportwagen mitspielen. Foto: dpa

Besucher betrachten auf der Detroit Motor Show die Studie Chrysler ME Four-Twelfve. Der Supersportwagen, mit dem AMG 6 Liter 12 Zylinder-Mittelmotor und vier Turboladern, leistet rund 850 PS und soll in der Liga der Supersportwagen mitspielen. Foto: dpa

DETROIT. „So nice to see you!“ Ein kräftiger Händedruck, ein Lächeln, das den blitzenden Chrom überstrahlt, kalte Büffets vor heißen Präsentationen. Dazu Sportwagen mit Wahnsinnsleistung, futuristische Konzeptautos als Blickfang und Optimismus ohne Ende. So sind die Messen der Autoindustrie und die North American International Auto Show in der Cobo Hall in Detroit macht da keine Ausnahme. Aber nicht alles ist so, wie es scheint.

Die Messehalle liegt im sanierten Geschäftskern der Stadt, der industrielle Prosperität vortäuscht. Drumherum herrscht, zumal im Winter, eisige Trostlosigkeit. Viele der heruntergekommenen Häuser von früher wurden planiert, aber die Straßen in der „Motor City“ sind immer noch schlecht, und Neubausiedlungen im engeren Stadtgebiet sind festungsartig von eisernen Zäunen umgeben.

Die drei Autohersteller General Motors, Ford und der Chrysler-Zweig von Daimler-Chrysler, die Detroit groß machten, haben in den letzten Jahren verbissen gegen den Abstieg gekämpft doch die Bilanz für 2003 sieht wiederum schlecht aus. „2004 wird besser als 2003“, sagt GM-Finanzchef John Devine. „Wir wären sehr enttäuscht, wenn wir 2004 den Turnaround nicht schafften“, sagt der bei Ford für das internationale Geschäft zuständige David Thursfield.

Die europäischen Marken, die bislang florierten, haben dafür schwierigere Zeiten vor sich. Der starke Euro treibt die Margen im US-Geschäft in den Keller, und die US-Hersteller wollen mit einer Reihe neuer Modelle Anteile auf dem PKW- Markt zurückerobern. Der Angriff richtet sich vor allem gegen die Europäer, die eine viel schmalere Fertigungsbasis in den USA haben und damit auf die Dollar-Schwäche weniger flexibel reagieren können als die Japaner. „Der schwache Euro hat in den letzten Jahren eine Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hersteller vorgetäuscht, die sie vielleicht nicht besitzen“, bemerkt Robert Lutz, Vizechef von General Motors, spitz, „wenn die Währungsabsicherung ausläuft, wird es vor allem für die Deutschen hier viel schwieriger.“

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