Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.02.2011

11:11 Uhr

Nippon Steel und Sumitomo

Japaner schmieden neuen Stahlgiganten

VonJan Keuchel, Martin Murphy

Auf der Welt entsteht ein neuer Stahlgigant. Die japanischen Konzerne Nippon Steel und Sumitomo wollen miteinander fusionieren. Damit würde der zweitgrößte Stahlhersteller der Welt entstehen.

Zwei Arbeiter von Nippon Steel. Reuters

Zwei Arbeiter von Nippon Steel.

HB TOKIO. In Japan bahnt sich eine der größten Fusionen in der Stahlbranche der letzten Jahre an. Nippon Steel und Sumitomo Metal, die Nummer eins und drei im Land, haben bekannt gegeben, sich etwa Ende 2012 zusammentun zu wollen. Der neue Stahlgigant werde nahe zum Branchenprimus ArcelorMittal aufrücken.

Für Marktbeobachter kommt die Fusion in Japan nicht unerwartet, denn trotz neuer Produktionsrekorde sind viele Anlagen nicht ausgelastet. Das drückt auf die Margen, die schon durch die Schwankungen bei den Rohstoffpreisen unter Druck stehen. Japans Stahlfirmen hatten zuletzt daher ihre Prognose kürzen müssen. Trotz der Fusionsschritte in den vergangenen Jahren ist die Industrie noch immer stark fragmentiert. Selbst Weltmarktführer Arcelor-Mittal kommt nur auf einen Marktanteil von unter zehn Prozent – und der Branchenprimus ist mehr als doppelt so groß wie das aus Nippon Steel und Sumitomo verschmolzene Unternehmen.

Absehbar ist, dass weitere Konsolidierungsschritte folgen werden. Denn spätestens seit einem Jahr wissen die Stahlmanager um ihre schwache Position: Als im April 2010 die Rohstoffkonzerne die Bezugsverträge für Kohle und Eisenerz einseitig zu ihren Gunsten änderten, konnte sich kein Stahlkonzern dagegen sperren. Seitdem müssen die Konzerne erheblich mehr für ihre Rohstoffe bezahlen. Anders als die Stahlbranche hat die Bergbauindustrie die Konsolidierung hinter sich. BHP Billiton, Rio Tinto und Vale kontrollieren mehr als zwei Drittel des für die Stahlkocher interessanten Marktes.

Japans Stahlmarkt ist hinter China der zweitgrößte der Welt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg betrug die Produktion der beiden japanischen Konzerne zusammen im Jahr 2009 rund 38 Millionen Tonnen. Damit wären sie der viertgrößte Wettbewerber im Weltmarkt.

Mit dem Zusammenschluss wollten sie ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Sumitomo Metal ist der drittgrößte Stahlhersteller Japans. Mit der Nippon Steel Corp besteht bereits eine Kapitalverflechtung. Beide arbeiten schon in der Produktion von Edelstahl zusammen. Mit dem Zusammenschluss wollen die beiden japanischen Produzenten sich für die stark wachsende Nachfrage der stahlhungrigen Wachstumsländer wie China rüsten, berichtet Kyodo News.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

pete

03.02.2011, 19:33 Uhr

lausig geschrieben, lausig recherchiert.
2. groesster, 4. groesster, was denn nun? bergbauindustrie= "interessanter markt" wohl eher untertrieben fuer hochofenbetreiber.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×