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03.03.2011

08:09 Uhr

Nivea-Hersteller

Beiersdorf hält Aktionäre bei Laune

Der Nivea-Hersteller Beiersdorf hat im vergangenen Jahr wegen der Restrukturierung und Abschreibungen in China deutlich weniger verdient. Die Dividende für 2011 soll dennoch unangetastet bleiben.

Nivea gehört zu den bekanntesten Marken des Beiersdorf-Konzerns. Quelle: ap

Nivea gehört zu den bekanntesten Marken des Beiersdorf-Konzerns.

Hamburg

Beiersdorf legt in diesem Jahr wegen hoher Investitionen in seine Kosmetiksparte eine Wachstumspause ein. Der Hamburger Traditionskonzern teilte am Donnerstag bei der Präsentation seiner Bilanz für 2010 mit, der Umsatz werde im 100sten Jahr der Firmengeschichte stagnieren und erst nächstes Jahr wieder durchstarten.

Der Hersteller von Marken wie Nivea, Eucerin und La Prairie hatte im Dezember ein umfangreiches Programm aufgelegt und angekündigt, erfolglose Produkte aus seinem Sortiment zu streichen. Das kostet Geld und schmälert zunächst die Erlöse. Im laufenden Jahr belasten zudem zusätzliche Investitionen in eine Werbekampagne mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag den Gewinn. In die Neuausrichtung seines Kerngeschäfts steckt Beiersdorf bis 2012 rund 270 Millionen Euro.

Den Aktionären, darunter als größter die Tchibo-Mutter Maxingvest, soll dennoch für das abgelaufene Jahr eine stabile Dividende von 70 Cent je Anteilsschein zufließen. Damit gibt der Traditionskonzern seinen Eignern das Signal, dass die Umbauarbeiten die Substanz des Unternehmens nicht betreffen. Trotzdem griffen Anleger nicht beherzt zu. Die im Leitindex gelistete Aktie notierte am Donnerstag leicht im Minus.

Bei der Bekanntgabe der Umbaupläne im Dezember hatten Investoren bereits verschnupft reagiert, weil Beiersdorf ihrer Ansicht nach nur häppchenweise über die Folgen des Umbaus informierte. So berücksichtigt der Konzern in seiner Gewinnprognose für das laufende Jahr nur einen Teil der damit verbundenen Kosten. Unklar war auch am Donnerstag zunächst, wie hoch die Investitionen genau ausfallen werden. Die Ankündigung eines hohen zweistelligen Millionenbetrages über das Marketingbudget von einer Milliarde Euro hinaus wollte der Vorstand nicht näher präzisieren. Für 2011 erwartet Beiersdorf eine operative Rendite (Ebit-Marge) von neun bis zehn Prozent. Im abgelaufenen Jahr war die Marge wegen der Restrukturierung auf 9,4 (Vorjahr: 10,2) Prozent gesunken.

Probleme bereitet Beiersdorf vor allem das Geschäft auf dem Heimatmarkt in Europa, wo die Kosmetiksparte zwei Drittel ihres Umsatzes macht. Der zunehmende Preiskampf lässt die Margen sinken. Mit den Investitionen will Beiersdorf verlorenes Terrain zu Konkurrenten wie L'Oreal und Henkel zurückgewinnen. Der Konzern mit über 21.000 Mitarbeitern macht 85 Prozent seines Umsatzes von zuletzt 6,2 Milliarden Euro mit Kosmetikartikeln. Die Klebstofftochter Tesa profitiert vom starken Industriegeschäft mit der Automobil- und Elektronikindustrie.

Von

rtr

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