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18.06.2015

13:09 Uhr

Nokia-Dienst Here

Deutsche Autobauer liegen im Karten-Rennen vorn

Daimler, BMW und Audi haben großes Interesse an Nokias Kartendienst Here. Mit einem Kauf wollen die deutschen Autobauer unabhängiger werden. Offenbar haben sie bei dem Wettbieten gute Chancen.

Im milliardenschweren Bieterwettstreit um Nokias Kartendienst sollen drei deutsche Autobauer die besten Karten haben. dpa

Alle wollen Here

Im milliardenschweren Bieterwettstreit um Nokias Kartendienst sollen drei deutsche Autobauer die besten Karten haben.

BerlinDie Autobauer Daimler, Audi und BMW haben laut einem Medienbericht gute Aussichten, den Zuschlag für den Kartendienst von Nokia zu bekommen. Der finnische Konzern neige dazu, seine vor allem in Berlin beheimatete Sparte Here an die deutschen Konzerne zu verkaufen, schrieb der Finanzdienst Bloomberg am späten Mittwoch. Zugleich wolle Nokia sie aber noch zu einem höheren Preis drängen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Es sei noch keine Entscheidung gefallen, diese Woche würden die endgültigen Gebote erwartet.

Nach bisherigen Informationen strebt Nokia einen Preis von mindestens drei Milliarden Euro an. Here ist eine seltene Gelegenheit, einen komplett ausgebauten weltweiten Kartendienst kaufen zu können. Nokia zielte mit Here speziell auf das Geschäft mit der Autobranche und wollte ein führender Anbieter hochpräziser Karten für selbstfahrende Fahrzeuge werden.

Die Autobauer wollen eine Abhängigkeit von anderen Karten-Anbietern wie Google vermeiden. Nokia will sich auf das Kerngeschäft als Ausrüster von Telekom-Netzwerken mit der Übernahme des Rivalen Alcatel-Lucent konzentrieren und seinen Kartendienst abstoßen.

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Audi, Daimler und BMW planen die Übernahme des Spezialisten für digitale Karten, Nokia Here. Damit wagen sie einen weiteren Schritt in Richtung selbstfahrender Autos und wappnen sich gegen die Macht des Internetriesen.

Auch der Fahrdienst-Vermittler Uber soll an Here interessiert sein, sowie mehrere Unternehmen aus China. Mehrere Finanzinvestoren wie etwa Apax Partners seien bereits ausgeschieden, weil sie von einem Erfolg der Autobauer ausgingen, berichtete Bloomberg jetzt. Der chinesische Internet-Konzern Baidu, der ursprünglich eine Allianz mit Uber und Apax angestrebt habe, könne sich nun den Deutschen anschließen, hieß es.

Von

dpa

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