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27.01.2015

08:26 Uhr

Novartis

Starker Dollar bremst Pharmariesen vorerst aus

Große Konkurrenz im Generika-Bereich und ein starker Dollar: Die Umsätze beim Schweizer Pharmakonzern Novartis stehen unter Druck. Doch neue Medikamente laufen immer besser.

Der Reingewinn von Novartis stieg im vergangenen Jahr auch dank Einsparungen um zwölf Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar. ap

Der Reingewinn von Novartis stieg im vergangenen Jahr auch dank Einsparungen um zwölf Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar.

ZürichAuslaufende Patente und der starke Dollar haben den Schweizer Pharmakonzern Novartis im vergangenen Jahr gebremst. Der Umsatz legte nur um ein Prozent auf 58 Milliarden Dollar zu. Der Reingewinn stieg auch dank Einsparungen um zwölf Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar, wie Novartis am Dienstag mitteilte. Die Aktionäre sollen 2,60 Franken Dividende je Aktie erhalten, nach 2,45 Franken im Vorjahr.

Dieses Jahr will Novartis die Früchte seines tiefgreifenden Konzernumbaus ernten. Umsatz und Gewinn sollen stärker zulegen als zuletzt in Aussicht gestellt. „Unsere Wachstumsaussichten sind 2015 überzeugend, und mit den Portfolio-Umstellungen haben wir in den kommenden fünf Jahren wirklich gute Wachstumsaussichten“, sagte Konzernchef Joseph Jimenez.

Dieses Jahr sollen die Verkaufserlöse unter Ausschluss von Wechselkurseffekten um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag steigen. Beim bereinigten operativen Gewinn wird ein Zuwachs um einen hohen einstelligen Prozentbetrag angepeilt. 2014 betrug er 14,6 Milliarden Dollar, währungsbereinigt ein Plus von acht Prozent. Der Umsatz war unter Ausschluss von Wechselkurseffekten um drei Prozent höher.

Die größten Pharmakonzerne nach Jahresumsatz

Platz 10

Teva (Israel)
20,3 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +/- 0 %

Pharma-Umsätze im Jahr 2013, Quelle: Unternehmen

Platz 9

Eli Lilly (USA)
21,0 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +1,9 %

Platz 8

Astra-Zeneca (Großbritannien)
25,7 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -8,1 %

Platz 7

Johnson & Johnson (USA)
28,1 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +10,9 %

Platz 6

Glaxo Smith Kline (Großbritannien)
33,5 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -1,3 %

Platz 5

Sanofi (Frankreich)
37,1 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -2,9 %

Platz 4

Merck (USA)
37,4 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -7,8 %

Platz 3

Roche (Schweiz)
39,0 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +3,9 %

Platz 2

Novartis (Schweiz)
47,5 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +1,6 %

Platz 1

Pfizer (USA)
47,9 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -6,5 %

Novartis hat im Oktober mit dem Verkauf des Grippeimpfstoff-Geschäfts einen tiefgreifenden Umbau abgeschlossen, der das Unternehmen rentabler machen soll. Die kleinen und renditeschwachen Sparten Impfstoffe, Tiergesundheit und rezeptfreie Medikamente wurden abgestoßen und stattdessen das schnell wachsende und hochlukrative Krebsgeschäft ausgebaut. Käufe und Verkäufe haben einen Wert von insgesamt rund 27 Milliarden Dollar.

Kräftig anziehende Verkäufe neuerer Medikamente halfen, die Einbußen beim Umsatzrenner Diovan infolge billigerer Generika-Konkurrenz wettzumachen. Die Verkaufserlöse der in den letzten fünf Jahren auf den Markt gebrachten Präparate wuchsen um 18 Prozent. Arzneien wie die Tablette Gilenya zur Behandlung von Multipler Sklerose, die Krebsmedikamente Afinitor und Tasigna oder neue Präparate zur Behandlung von Raucherhusten tragen inzwischen ein Drittel zum Konzernumsatz bei.

Die Verkaufserlöse mit dem Blutdrucksenker Diovan, einst das umsatzstärkste Medikament des Konzerns, sanken um ein Drittel auf 2,3 Milliarden Dollar. Insgesamt erzielte Novartis mit verschreibungspflichtigen Medikamenten im abgelaufenen Jahr 31,8 Milliarden Dollar, ein leichter Rückgang um ein Prozent.

Die starke Aufwertung des Frankens nach der schockartigen Aufhebung der Euro-Kursuntergrenze werde sich auf den Gewinn auswirken, sagte Konzernchef Jimenez. Bei lediglich zwei Prozent Umsatz fallen zwölf bis 13 Prozent der Kosten im Land an. „Wir sehen uns die Kosten in der Schweiz an“, erklärte Jimenez. „Wir sehen uns an, wie es mit der Beschaffung und anderen Services aussieht, die wir in der Schweiz haben.“

Novartis legt als erster großer Pharmakonzern seine Bilanz vor. Ergebniszahlen der US-Rivalen Bristol-Myers Squibb und Pfizer werden im Laufe des Tages erwartet, der deutsche Bayer-Konzern Ende Februar.

Von

rtr

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