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15.12.2011

22:23 Uhr

Novum

Eon rechnet mit Nettoverlust

Atomwende, Gasgeschäft, Streit um Stellenabbau: Der Energiekonzern Eon wird nach den Worten von Vorstandschef Johannes Teyssen in diesem Jahr erstmals in seiner Unternehmensgeschichte einen Nettoverlust einfahren.

Eon-Zentrale in Essen. dpa

Eon-Zentrale in Essen.

BerlinBereits das erste Quartal nach der Katastrophe von Fukushima habe zu gewaltigen Belastungen geführt, sagte Teyssen am Donnerstag in der ARD laut einer vorab veröffentlichten Interview-Mitschrift. „Weitere Belastungen aus Marktverwerfungen und Regulierungen sind hinzugekommen.“ Angesprochen auf den Sparkurs des Konzerns trotz eines Milliarden-Nettogewinns im vergangenen Jahr antwortete Teyssen: „Wir haben in diesem Jahr sogar mit einem Verlust zu rechnen.“

Ein Konzernsprecher erläuterte auf Anfrage, ein Verlust werde für die nichtbereinigte Kennzahl erwartet. „Maßgeblich ist der bereinigte Konzernüberschuss. Da werden wir wie prognostiziert mit 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro im Plus liegen.“ Die Höhe des erwarteten Verlustes gab der Sprecher nicht bekannt.

Eon kämpft mit den Auswirkungen der Atomwende, dem schwächelnden Gasgeschäft und dem Dauerstreit über einen Stellenabbau. In dieser Woche gab der Versorger zudem bekannt, drei Milliarden Euro auf Geschäfte in Süd- und Osteuropa sowie in den Benelux-Staaten abzuschreiben.

 

Von

rtr

Kommentare (2)

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Hiob

16.12.2011, 03:07 Uhr

Offensichtlich versteht der Konzernsprecher mehr von Bilanzierung, Verlust und Gewinn als der Konzernchef. Der spricht nämlich von einem Verlust, während der Konzernsprecher non einem Milliardengewinn ausgeht. Wer hat nun Recht oder mehr Kompetenz?
Teyssen scheint mehr und mehr angesichts einer Hiobsbotschaft nach der anderen überfordert zu sein. Das jahrelange Leben als Made im Speck hat träge gemacht. Der Eon-Konzern läßt sich nicht mehr manövrieren. Eon versenkt Milliarde um Milliarde. Schuld sind immer äußere Einflussfaktoren. Das ist aber Quatsch. Solange das Topmanagement nicht erkennt, dass es selbst Auslöser der Krise ist und der Aufsichtsrat nicht die Notbremse zieht und die Spitze neu besetzt, wird sich wenig ändern. Oder sind die Tage der Teyssenära bereits gezählt? Die unterschiedlichen Äußerungen zur finanziellen Konzernsituation sprechen eine eindeutige Sprache!

@meise

16.12.2011, 03:22 Uhr

Als kleiner Regionalfürst angefangen und in monopolistischen Wirtschaftsstrukturen aufgewachsen. Hat das Geld quasi im Schlaf verdient. Kaum müssen sie sich in der liberalisierteren Umgebung behaupten, stellen sie ihre Inkompetenz unter Beweis! Kapital der Shareholder wird vernichtet. Geld aus den Einnahmen (Ausbeutungen) der Kunden wird verbrannt. Strom und Gaspreise wären vermutl. mind. 40% preiswerter, wenn der Konzern nicht so viel Kapital vernichtet hätte. Die Führung eines Weltkonzerns will gelernt sein! Es reicht eben nicht aus, wenn man aus einer Provinzklitsche kommt und nun mal Big Boss spielen darf.
Bilanzierung auf Konzernebene ist eben auch ein Unterschied gegenüber der Erstellung und Interpretation einer Bilanz bestehend aus einem Regionalversorger mit prozentualen Beteiligungen an Stadt- und Elektrizitätswerken, die wiederum in diese Bilanzierung mit einfließen.

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