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20.04.2011

17:10 Uhr

NRG Energy

US-Konzern beerdigt AKW-Neubaupläne für Texas

VonBernd Kupilas

Nach der Katastrophe in Japan droht einem Atomprojekt in Texas das Aus: Der US-Energiekonzern NRG erklärte am Dienstag, er werde keine weiteren Mittel in den Bau zweier neuer Reaktoren stecken.

NRG Energy will auf den Bau zweier Atomreaktoren verzichten. Das Bild zeigt ein Gas- und Kohlekraftwerk des Unternehmens in Texas. Quelle: dapd

NRG Energy will auf den Bau zweier Atomreaktoren verzichten. Das Bild zeigt ein Gas- und Kohlekraftwerk des Unternehmens in Texas.

New YorkFür Energiemanager David Crane ist es eine Entscheidung der Vernunft. „Wir können das unseren Aktionären gegenüber einfach nicht mehr verantworten“, sagt er. Gerade eben hat Crane, Chef des US-Energiekonzern NRG Energy, eine spektakuläre Entscheidung verkündet: Das Unternehmen, der größte unabhängige Stromproduzent in den USA, stoppt den geplanten Bau zweier Atomreaktoren im Süden von Texas. Begründung: Nach der Katastrophe von Fukushima ist nichts mehr, wie es war. „Der tragische Atomunfall in Japan hat die Entwicklung der Kernenergie in den Vereinigten Staaten unberechenbar gemacht“, sagt Crane. Klare Worte. Nachfragen unnötig.

Zu unsicher ist die Zukunft der Atomkraft derzeit, begründet Crane den Schritt. Sein Unternehmen braucht Klarheit, muss planen können. Die US-Atombehörde aber hat nach der Japan-Katastrophe eine Sicherheitsüberprüfung für Amerikas Atomprojekte verordnet, die Monate dauern könnte – und an deren Ende noch mal höhere Kosten für das bedeutende Projekt stehen könnten.

In dem texanischen Atomkraftwerk stehen bereits zwei Reaktorblöcke; Nummer drei und vier sollen folgen. Die Betreibergesellschaft Nuclear Innovation North America hatte allerdings bereits Mitte März nahezu alle Arbeiten gestoppt und viele Mitarbeiter nach Hause geschickt, nachdem sich die Lage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima immer weiter zuspitzte.

Für das Unternehmen ist es eine schmerzhafte Entscheidung: 481 Millionen Dollar muss NRG Energy gemeinsam mit seinem Projektpartner Toshiba abschreiben. Mit dabei ist auch – besonders pikant – der japanische Kraftwerksbetreiber Tepco, der eine Option besitzt, sich in das Projekt einzukaufen. Tepco betreibt auch die Unglücks-Atomanlage in Fukushima.

Kommentare (1)

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20.04.2011, 18:32 Uhr

Cs-137 hat eine Halbwertzeit von 30 Jahren - richtig. Und Jod-131? Es hat eine Halbwertzeit von 8 Tagen. Für Fukushima bedeutet das, daß das gesamte zum Zeitpunkt der Notabschaltung am 11. März in den Reaktoren vorhandene und geschätzt zu einem Prozent aus Reaktoren und Abklingbecken entwichene radioaktive Halogen mittlerweise zu über 98 Prozent zerfallen ist. Entsprechend ist die Radioaktivität in Fukushima inzwischen massiv zurückgegangen.

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