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02.06.2012

13:10 Uhr

Obamas Bildungsfonds

Milliarden für eine US-Berufsschule

VonAstrid Dörner

US-Präsident Barack Obama steckt in einem Dilemma: Millionen Amerikaner sind arbeitslos, gleichzeitig suchen Unternehmen verzweifelt nach Fachkräften. Ein neuer Bildungsfonds soll das Problem entschärfen.

Präsident Barack Obama besichtigt eine Windkraftwerkfabrik von Siemens in Fort Madison, Iowa. Reuters

Präsident Barack Obama besichtigt eine Windkraftwerkfabrik von Siemens in Fort Madison, Iowa.

Virginia BeachZwei zentrale Probleme am amerikanischen Arbeitsmarkt machen US-Präsident Barack Obama zu schaffen. Zum einen sind nach der Wirtschafts- und Finanzkrise immer noch Millionen von Amerikanern arbeitslos oder unterbeschäftigt. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 8,3 Prozent – das ist etwas niedriger als noch vor zwei Jahren, doch immer noch weit über dem Niveau vor der Krise.

Gleichzeitig fehlen dem Land aber qualifizierte Arbeitskräfte. Industrieunternehmen können rund 600.000 offene Stellen nicht besetzen, weil ihnen geeignete Kandidaten fehlen, ergab im vergangenen Jahr eine groß angelegte Umfrage in den USA. Bei einigen Unternehmen ist die Not so groß, dass sie Mitarbeiter allein dafür beschäftigen, arbeitslos gewordene Ingenieure und andere Fachkräfte für das Unternehmen zu gewinnen. Sie warten im Prinzip darauf, dass irgendwo im Land eine Firma pleitegeht und fahren dann dorthin, um mit neuen Kollegen zurückzukommen.

Dabei setzt Barack Obama gerade auf die Industrie, um die Arbeitslosenquote zu senken. Der Präsident hat eine Reihe von Initiativen ins Leben gerufen, die es Unternehmen einfacher machen sollen neue Stellen zu schaffen und Mitarbeiter auszubilden. Jüngstes Projekt des Präsidenten ist der „Community College to Career Fund“: Acht Milliarden Dollar ist der Fonds schwer, der neue Partnerschaften zwischen den Community Colleges – meist frei zugängliche, staatlich finanzierte Hochschulen, die eine zweijährige Ausbildung anbieten, aber qualitativ nicht mit renommierten Universitäten vergleichbar sind – und Unternehmen bilden soll. Die Colleges sollen dann als eine Art deutsche Berufsschule fungieren und rund zwei Millionen Amerikaner mit Qualifikationen versehen, die direkt zu einem Job führen.

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