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10.01.2016

12:21 Uhr

Öl

BP streicht in Deutschland hunderte Stellen

Seit anderthalb Jahren sinkt der Ölpreis massiv. Die großen Ölkonzerne mussten Milliardenverluste hinnehmen. Nun will British Petrol in Deutschland offenbar hunderte Stellen streichen.

In Deutschland betreibt BP mit Aral die größte deutsche Tankstellenkette. Etliche Mitarbeitern droht das Aus. dpa

Keine Verwendung mehr

In Deutschland betreibt BP mit Aral die größte deutsche Tankstellenkette. Etliche Mitarbeitern droht das Aus.

HamburgDer britische Mineralölkonzern BP will laut „Welt am Sonntag“ bis zu 800 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen. Damit sei etwa jeder sechste der rund 5000 Jobs hierzulande gefährdet. Ein BP-Sprecher sagte der Zeitung, das Management verhandele mit dem Betriebsrat über die Streichung von „mehreren Hundert Arbeitsplätzen“. Eine konkrete Zahl nannte er nicht.

BP betreibt über die Tochter Aral die größte deutsche Tankstellenkette und das zweitgrößte Raffineriesystem mit den Werken Lingen und Gelsenkirchen. Der Konzern leide wie alle Mineralölfirmen derzeit unter einem schwierigen Marktumfeld mit starkem Wettbewerb und hohen Überkapazitäten, sagte der Sprecher.

In deren Folge ist der Ölpreis seit Juni 2014 stark eingebrochen. Damals kostete ein Barrel (159 Liter) Brent-Öl noch knapp 115 Dollar. Heute beträgt der Preis wenig als ein Drittel dessen, notiert aktuell unter 34 Dollar.

Das Auf und Ab beim Ölpreis im Jahr 2015

Überangebot

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzen dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,71 Dollar. Derzeit liegt der Preis mit rund 40 Dollar nicht einmal halb so hoch.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will. Sie kämpft stattdessen mit Rabatten um ihre Marktanteile.

7. Januar

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009. Damit nähert er sich dem im Sog der Finanzkrise im Dezember 2008 erreichten Tief von 36,20 Dollar. Das war so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

3. Februar

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. Juli

Ein Bericht über den neuerlichen Anstieg von Ölbohrungen in den USA setzt den Preis wieder unter Druck: Brent fällt bis auf knapp 60 Dollar. Am darauffolgenden Montag, den 6. Juli, sinkt der Preis wieder klar unter die 60-Dollar-Marke.

3. August

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet Brent so wenig wie zuletzt im März 2009, als der Preis einen Tiefstand von 41,30 Dollar erreichte.

8. Dezember

Nachdem die Opec am Freitag ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

9. Dezember

Auch an den Zapfsäulen kommt der Kursverfall am Rohstoffmarkt langsam an: Bei mehreren Internet-Vergleichsportalen kratzt der Preis für ein Liter Diesel erstmals seit 2009 wieder an der Ein-Euro-Marke.

Von

dpa

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