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14.08.2011

13:02 Uhr

Öl-Unfall vor Schottland

Shell erwartet „natürliche“ Auflösung des Ölteppichs

31 Kilometer lang und 4,3 Kilometer breit ist der Ölteppich, der nach einem Leck auf der Bohrplattform von Shell in der Nordsee treibt. Der Ölmulti beruhigt und sagt, die Lage sei „unter Kontrolle“. Doch Skepsis bleibt.

Eine Pressefoto des Shell-Konzerns zeigt die Ölbohrplattform Gannet Alpha in der Nordsee. Quelle: AFP

Eine Pressefoto des Shell-Konzerns zeigt die Ölbohrplattform Gannet Alpha in der Nordsee.

Schottland schätzt die Menge des von der Shell-Plattform ausgelaufenen Öls auf 750 Barrel. Rund 100 Tonnen des Rohstoffs seien durch das Leck an der Plattform Gannet Alpha in die Nordsee ausgetreten, sagte der Chef der schottischen Regionalregierung, Alex Salmond am Samstag der BBC. Ein Barrel Öl sind 159 Liter. Mit dieser Menge bliebe der Schaden zunächst überschaubar.

Das Leck wurde Shell-Angaben zufolge am Mittwoch entdeckt. Die Plattform liegt etwa 180 Kilometer östlich vor der Küste des schottischen Aberdeen. Auf dem Wasser treibe mittlerweile eine 31 Kilometer lange Ölschicht mit einer maximalen Breite von 4,3 Kilometer, teilte Shell am Sonntag mit. „Wir gehen davon aus, dass das Öl auf natürliche Weise durch die Wellenaktivitäten aufgelöst wird und keinen Strand erreichen wird“, heißt es in einer Erklärung des größten Ölkonzerns Europas.

Shell selbst machte zum Volumen des insgesamt ausgeströmten Öls allerdings bislang keine Angaben. Das am Mittwoch an der Plattform Gannet Alpha rund 180 Kilometer östlich von Abderdeen entdeckte Leck sei aber relativ unbedeutend. Das Leck sei inzwischen „unter Kontrolle“. Unabhängige Informationen zu dem Ausmaß des Vorfalls lagen jedoch zunächst nicht vor. Öl im Wasser ist auch dann eine Gefahr für viele Meerestiere und Vögel, wenn es nicht an Land gespült wird.

Erste Berichte über den Vorfall an der Bohrinsel Gannet Alpha hatte es am Freitagabend gegeben. Er weckt Erinnerungen an die Explosion auf der BP-Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko vor etwa einem Jahr. Damals waren fünf Millionen Barrel ins Meer vor der Südküste der USA gelaufen. Der Konzern hatte den Vorfall lange heruntergespielt und beim Krisenmanagement ein katastrophales Bild abgegeben. Konzernchef Tony Hayward kostete die Umweltkatastrophe seinen Job.

Nach Shell-Angaben wurde ein ferngesteuerter Unterwasser-Roboter eingesetzt, um das Problem zu erkunden. Auch stehe ein Boot mit Chemikalien zum Binden von Öl bereit. Zudem beobachte man die Situation von einem Flugzeug aus. Das Gannet-Ölfeld wurde zu Beginn der 1970-er Jahre entdeckt und später erschlossen. Das Wasser ist an dieser Stelle etwa 100 Meter tief, heißt es auf der Homepage des Konzerns.

Kommentare (1)

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Pendler

14.08.2011, 13:04 Uhr

Das ÖL hjat sich bisher immer noch aufgelöst. Warum die ganze Aufregung?

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