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11.01.2011

06:32 Uhr

Ölbranche

BPs defekte Pipeline lässt Ölpreis steigen

VonKatharina Slodczyk

Ausgerechnet BP macht erneut Schlagzeilen mit einer undichten Versorgungsleitung. Zwar sind noch keine offensichtlichen Auswirkungen auf die Umwelt zu spüren. Der zuletzt enorm gestiegene Aktienkurs gibt aber trotz allem deutlich nach, während der Ölpreis wieder steigt.

Die Trans-Alaska-Pipeline.

Die Trans-Alaska-Pipeline.

LONDON . Sie ist 1287 Kilometer lang, transportiert fast 15 Prozent der amerikanischen Ölproduktion und gehört daher zu den wichtigsten Versorgungsleitungen Amerikas: die Trans-Alaska-Pipeline. Seit dem Wochenende ist die Anlage stillgelegt, weil Arbeiter ein Leck entdeckt haben.

Noch ist unklar, wann die Pipeline abgedichtet wird und der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Das hat gestern die Rohstoff- und die Aktienmärkte beunruhigt.

Der Ölpreis ist gestiegen - zum ersten Mal seit drei Tagen. Und der Aktienkurs des britischen Ölkonzerns BP - des Mehrheitseigners der Rohrleitung - hat im Tagesverlauf deutlich nachgegeben. Denn nur vier Monate, nachdem das Unternehmen sein Ölleck im Golf von Mexiko stopfte, ist BP jetzt erneut mit einem Ölunfall in die Schlagzeilen geraten.

Es gebe zwar "keine offensichtlichen Auswirkungen auf die Umwelt", Menschen seien auch nicht zu Schaden gekommen, teilten die Betreiber der Pipeline mit, zu denen neben BP auch Conoco Phillips, Chevron und Exxon Mobil gehören. Und es seien zudem nur zehn Barrel Öl (1590 Liter) ausgelaufen, die man größtenteils aufgefangen habe. Dennoch sank der BP-Aktienkurs zwischenzeitlich um fast drei Prozent.

Zuletzt war der Börsenwert des britischen Unternehmens enorm gestiegen - beflügelt von der Hoffnung der Investoren, die Kosten der Ölpest im Golf von Mexiko könnten für BP niedriger ausfallen als ursprünglich erwartet.

Kommentare (1)

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Stefan L. Eichner

11.01.2011, 09:56 Uhr

Ja ja, das war wahrscheinlich die berühmte unsichtbare Hand des Marktes, die jetzt die Ölpreise an den Märkten steigen lässt und die Mineralölkonzerne zwingt, mehr zu verdienen. Um begründungen für Preissteigerungen waren sie noch nie verlegen. Aber mit "wirksamem" Wettbewerb hat das nichts mehr zu tun.

Rockefellers Standard Oil Comp wurde vor etwas mehr als 100 Jahren wegen ähnlicher, monopolistischer Marktbedingungen zerschlagen - heute reden die Politiker jeodch nur und schauen scheinbar ohnmächtig zu, welche Kapriolen "die Märkte" schlagen.

Warum eigentlich?

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