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12.07.2013

14:32 Uhr

Ölbranche

Gesandte des Scheichs von Katar bei RWE

Um für die Kerngeschäfte wieder mehr Geld zu haben will RWE seine Öl- und Gastochter verkaufen. Offenbar klopfen jetzt auch Investoren aus den Arabischen Emiraten an. Doch noch ist der Milliarden-Deal nicht fest gezurrt.

Sie sind für das Unternehmen nicht mehr lohnend: Eine der Bohrinseln der Öl- und Gasfördertochter der RWE Dea AG auf der Mittelplate in der Nordsee. RWE will sich von der Sparte komplett trennen. dpa

Sie sind für das Unternehmen nicht mehr lohnend: Eine der Bohrinseln der Öl- und Gasfördertochter der RWE Dea AG auf der Mittelplate in der Nordsee. RWE will sich von der Sparte komplett trennen.

FrankfurtEin staatlicher Investor aus Katar streckt Insidern zufolge seine Fühler nach der Öl- und Gasfördertochter des RWE -Konzerns aus. Es habe erste Gespräche zwischen dem Interessenten und dem Essener Versorger über einen Verkauf von RWE Dea gegeben, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Prozess sei aber zäh und mit einer raschen Entscheidung nicht zu rechnen. RWE wolle für die Tochter rund fünf Milliarden Euro kassieren. Der Konzern wollte sich zu den Details des Verkaufsprozesses nicht äußern. Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ hat RWE über den Verkauf mit der Qatar Investment Authority (QIA) gesprochen. Von der QIA war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

RWE-Vorstandschef Peter Terium hatte im Frühjahr die Tochter zum Verkauf gestellt, um die klamme Kasse des hoch verschuldeten Konzerns zu füllen und Investitionen zum Ausbau des Geschäfts zu sparen. RWE drücken Schulden von 33 Milliarden Euro. Der Versorger hatte 2011 und 2012 für jeweils 700 Millionen die Geschäfte von Dea ausgebaut, in diesem Jahr sind Ausgaben von 900 Millionen Euro geplant. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg beschäftigt rund 1.400 Mitarbeiter. Analysten hatten den Wert von Dea auf fünf bis acht Milliarden Euro beziffert.

Einen Verkauf noch in diesem Jahr erwartet RWE nach eigenen Angaben nicht. Der Konzern hatte allerdings erklärt, mit zahlreichen Interessenten zu rechnen. Die BASF -Tochter Wintershall hat sich bereits interessiert gezeigt. RWE-Chef Terium will das Unternehmen möglichst komplett veräußern. Dies gilt als schwierig. RWE Dea hält rund 190 Öl- und Gaslizenzen oder Konzessionen in gut ein Dutzend Ländern, unter anderem in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten. Die instabile politische Lage in einigen Regionen, etwa Ägypten, könnte Analysten zufolge den Verkauf dortiger Geschäfte erschweren.

Von

rtr

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