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10.03.2014

17:12 Uhr

Ölfördertochter

RWE forciert milliardenschweren Dea-Verkauf

Der Verkauf der RWE-Tochter Dea soll nach dem Wunsch des Energiekonzerns schon bald in trockenen Tüchern sein. Interessenten gibt es offenbar genug – und der Versorger braucht das Geld.

RWE-Chef Peter Terium ist an einem schnellen Verkauf des Tochterunternehmens DEA interessiert. Der Verkauf könnte das Milliardenloch des Energiekonzerns wenigstens zum Teil stopfen. dpa

RWE-Chef Peter Terium ist an einem schnellen Verkauf des Tochterunternehmens DEA interessiert. Der Verkauf könnte das Milliardenloch des Energiekonzerns wenigstens zum Teil stopfen.

Frankfurt am MainDer Energiekonzern RWE macht Tempo beim milliardenschweren Verkauf seiner Öl- und Gasfördertochter Dea. Die Transaktion könne bereits im März oder im April über die Bühne gehen, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Derzeit gingen bindende Angebote für Dea ein.

Im Rennen seien die BASF -Tochter Wintershall, der russische Investor Michail Fridman und der ungarische Öl- und Gaskonzern MOL. Ein Konsortium um den Finanzinvestor KKR mit Kufpec aus Kuwait habe nur noch geringe Chancen. Insider rechnen ähnlich wie in der ersten Bieterrunde mit Angeboten von bis zu fünf Milliarden Euro.

„RWE macht extrem Druck“, sagte ein Insider. Die letzten Angebote würden in dieser Woche erwartet. Die Beteiligten lehnten am Montag Stellungnahmen ab. RWE-Chef Peter Terium hatte vor wenigen Tagen erklärt, dass er die Transaktion bis Mitte des Jahres über die Bühne bringen will.

Wieviel Erneuerbare die Energieversorger haben

RWE

Laut einer Studie, die die Umweltschutzorganisation Greenpeace Ende Februar 2014 veröffentlichte, hat von RWE in Europa produzierter Strom einen Anteil von Wasserkraft von 2 Prozent und einen Anteil von anderen Erneuerbaren Energien von weiteren zwei Prozent. Die Zahl bezieht sich auf die tatsächlich erzeugte Strommenge, nicht auf die Kapazitäten.

Eon

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon produziert insgesamt drei Prozent seines in Europa hergestellten Stroms aus Erneuerbaren Energien inklusive Windkraft und steht damit im Vergleich schlechter da als Konkurrent RWE.

Vattenfall

Der schwedische Konkurrent Vattenfall produzierte insgesamt vier Prozent seines Stroms in Europa mithilfe regenerativer Energiequellen.

EnBW

EnBW steht im Vergleich der großen vier Energieversorger in Deutschland am schlechtesten da. Das Unternehmen gewinnt nur insgesamt zwei Prozent seines Stroms europaweit aus erneuerbaren Quellen.

Der unter den Folgen der Energiewende leidende Konzern könnte sich mit den Einnahmen etwas Luft verschaffen. Ihn drücken Schulden von über 30 Milliarden Euro. Vor allem wegen hoher Abschreibungen auf die schlecht ausgelasteten Kohle- und Gaskraftwerke fuhr der zweitgrößte deutsche Versorger nach Eon 2013 einen Verlust von fast drei Milliarden Euro ein.

Das Geschäft von Dea ist kapitalintensiv. Gewinne fließen zum Teil erst viele Jahre nach den ersten Investitionen. RWE Dea mit Sitz in Hamburg und rund 1400 Mitarbeitern ist in 14 Ländern vertreten. Das Unternehmen hält Anteile an rund 190 Öl- und Gaslizenzen in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. 2013 fuhr die RWE-Tochter einen Betriebsgewinn von 521 Millionen Euro ein - etwa ein Zehntel des Konzernergebnisses.

Von

dpa

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