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03.03.2012

11:19 Uhr

Ölkatastrophe

BP zahlt Milliarden an die Fischer vom Golf

VonNils Rüdel, Tobias Döring

BP hat sich mit den Geschädigten der Ölkatastrophen im Golf von Mexiko auf einen Vergleich geeinigt - unmittelbar vor Beginn eines Milliarden-Prozesses. Ausgestanden ist die Angelegenheit damit für BP noch lange nicht.

Öl an den Händen: Ein Mann, der 2010 half, gegen die Umweltkatastrophe zu kämpfen. AFP

Öl an den Händen: Ein Mann, der 2010 half, gegen die Umweltkatastrophe zu kämpfen.

WashingtonDrei Tage vor dem geplanten Beginn des Milliarden-Prozesses um die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat sich BP mit Tausenden Klägern in einem Vergleich auf Entschädigungszahlungen geeinigt. Das teilte der Ölkonzern am Freitagabend (US-Zeit) mit. Auch wenn die Höhe nicht festgelegt sei, rechne BP mit einer Summe von 7,8 Milliarden Dollar. Das Geld dafür werde voraussichtlich der 20 Milliarden Dollar schwere Entschädigungsfonds bereitstellen.

Der mit dem Verfahren beauftragte Richter Carl Barbier teilte am Freitagabend mit, der für Montag geplante Prozessbeginn an einem Bundesgericht in New Orleans werde auf unbestimmte Zeit verschoben. Es seien nun „erhebliche Änderungen am geplanten Prozessverlauf nötig“.

Bereits vergangenen Montag war die Verhandlung in letzter Minute um eine Woche vertagt worden, damit die Konfliktparteien mehr Zeit für Verhandlungen über einen Vergleich bekommen. In der Zwischenzeit habe sich Richterin Sally Sushan mit den Prozessparteien - BP auf der einen, ein Steuerkreis für die Kläger auf der anderen Seite – getroffen, hieß es nun. Dabei hätten die Beteiligten eine Einigung erzielt. Diese müsse nun vom Gericht geprüft und bestätigt werden.

Bei dem Unglück im April 2010 war die Ölplattform „Deepwater Horizon“ explodiert. Elf Menschen starben, 17 wurden verletzt. Zwischen vier und fünf Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl liefen 87 Tage lang ins Meer. BP hat das Desaster nach eigenen Angaben bereits 8 Milliarden Dollar an Entschädigungen für die Aufräumarbeiten gekostet. Weitere 14 Milliarden seien zur Eindämmung der Katastrophe aufgewendet worden. Ein 2011 veröffentlichter Untersuchungsbericht sah die Hauptschuld bei BP, kritisierte allerdings auch den Plattformbetreiber Transocean und den Dienstleister Halliburton.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

03.03.2012, 09:22 Uhr

Das Geld dafür werde voraussichtlich der 20 Milliarden Dollar schwere Entschädigungsfonds bereitstellen.
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Und wer füllt diesen Fonds ?
Klar, die haben auch keine Lizenz zum Gelddrucken , nur damit wir wissen warum der Sprit schon wieder teurer wird !

oadla

03.03.2012, 09:36 Uhr

BP hat im letzten Jahr schon wieder 30 Milliarden Gewinn verbucht. Da wird die Entschädigung ja kein Problem sein. Die Umweltschäden zahlt ja indirekt sowieso der Verbraucher durch seinen Benzinkonsum. Solange wir keine vernünftigen Alternativ-Energien für die Autos haben ( Wasserstoffantrieb etc. ) können sich die Ölkonzerne und die OPEC weiter die Hände reiben.....

Account gelöscht!

03.03.2012, 09:57 Uhr

Der Sprit wird doch nicht wegen der Katastrophe im Golf von Mexiko teurer, sondern aus folgenden Gründen:
1. Die EZB und die FED versorgen Banken und privilligierte Hedgefonds mit Multimilliarden von Krediten mit negativen Zinssätzen (1% Zinsen ,inus 3-8% In flation). Die Banken nutzen einen Teil des Kapitals zum spekulieren auf den Rohstoffmärkten
2. Die Fonds der OPEC Länder mit ihren gigantischen Kapitalreserven sind auch am Futures Markt aktiv.

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