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07.01.2011

06:00 Uhr

Ölkatastrophe

US-Regierung entlastet BP

VonKatharina Slodczyk

Der Ölkonzern BP könnte billiger davonkommen als erwartet. Ein Ausschuss zur Untersuchung der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko sieht schwere Fehler bei allen beteiligten Firmen. Investoren und Branchenkenner reagierten auf die Nachricht erleichtert.

Angesichts des Untersuchungsergebnisses wird es schwierig, BP Fahrlässigkeit als Unglücksursache nachzuweisen. Quelle: dpa

Angesichts des Untersuchungsergebnisses wird es schwierig, BP Fahrlässigkeit als Unglücksursache nachzuweisen.

LONDON. Es ist die größte Umweltkatastrophe in der amerikanischen Geschichte. Geschätzte 780 Millionen Liter Rohöl flossen ins Meer, nachdem die Ölplattform "Deepwater Horizon" im April 2010 im Golf von Mexiko explodiert war. Experten rechneten damit, dass das Unglück den britischen Ölkonzern BP etwa 60 Milliarden Dollar für Entschädigungen, Strafen und Aufräumarbeiten kosten würde.

Doch seit gestern kann BP darauf hoffen, mit einer viel geringeren Belastung davonzukommen. Eine von US-Präsident Barack Obama eingesetzte Kommission zur Aufklärung des Unglücks kommt zu dem Schluss, dass es auf generelle Praktiken in der Branche und nicht auf spezielle Fehler eines Einzelnen zurückzuführen sei. Nicht nur BP, auch der Ölplattformbetreiber Transocean und der Dienstleister Halliburton hätten Fehler gemacht.

Die gestern veröffentlichten Auszüge des Abschlussberichts der Kommission, der am Dienstag vorgelegt wird, trieben den Aktienkurs von BP zeitweise auf den höchsten Stand seit sieben Monaten. Denn der Bericht gilt als ein Anhaltspunkt für die Strafzahlungen, die auf BP zukommen. Aktionäre hoffen jetzt, dass diese niedriger ausfallen als befürchtet und BP einen Teil der Ausgaben auf Transocean und Halliburton abladen kann.

Die Anleger haben die Krise ohnehin schon fast abgehakt: BP hat bereits wieder einen Börsenwert von mehr als 140 Milliarden Dollar. Das sind gut 60 Prozent mehr als Mitte 2010, als der Konzern gegen die Ölpest kämpfte. slo

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