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30.01.2009

16:15 Uhr

Ölkonzern auf Kurs

Shell investiert unbeirrt weiter

VonDirk Heilmann

Europas größter Ölkonzern Royal Dutch Shell hält in der Rezession Kurs. Konzernchef Jeroen van der Veer kündigte gestern an, dass Shell die Investitionen 2009 mit 31 bis 32 Milliarden Dollar auf Vorjahreshöhe halten werde. Eine Steigerung der Produktion sei jedoch erst für 2010 zu erwarten.

Der Ölkonzern Royal Dutch Shell macht fast 1000 Dollar Gewinn in der Sekunde. Foto: dpa Quelle: dpa

Der Ölkonzern Royal Dutch Shell macht fast 1000 Dollar Gewinn in der Sekunde. Foto: dpa

LONDON. Nur wenige Projekte würden verschoben, um auf sinkende Kosten zu warten. Die Produktion dürfte allerdings in diesem Jahr auch wieder stagnieren – Shell hofft nun, 2010 endlich die versprochenen zwei bis drei Prozent Wachstum zu erreichen. Für 2008 berichtete der Konzern einen Rekordgewinn von 31,4 Mrd. Dollar, auch wenn im vierten Quartal unter dem Strich rote Zahlen standen.

„Wir steuern durch raue See, doch so weit läuft es okay“, fasste van der Veer die Lage zusammen. Die Ölpreise seien auf das Niveau des Jahres 2004 zurückgefallen, während sich die Kosten verdoppelt hätten. Deshalb erlebe die Branche eine harte Landung, sagte er auf der Bilanzpressekonferenz in Den Haag. Die Kosten für Öl- und Gasprojekte hätten zu sinken begonnen. Stahl und Bohranlagen seien bereits günstiger zu haben. Doch erfahrungsgemäß dauere es 12 bis 18 Monate, bis die Kosten sich dem Ölpreis angepasst hätten. Darum verschiebe Shell einige größere Projekte. Erstmals seit mehreren Jahren steigere er die Investitionssumme nicht. Damit hebt sich Shell allerdings positiv von den kleineren US-Konkurrenten Conoco Philips und Occidental Petroleum ab, die ihre Investitionspläne zusammengestrichen haben.

Seit 2004 hat der niederländisch-britische Konzern seine jährlichen Investitionen mehr als verdoppelt und Mega-Projekte von einer Gasverflüssigungsanlage in Katar über kanadische Ölsandminen bis zum russischen Gasfeld Sachalin-2 finanziert. Die Produktion allerdings klebt – wie bei anderen Ölmultis auch – am Boden. Mit 3,42 Mio. Barrel Öläquivalent am Tag lag sie im vierten Quartal geringfügig unter Vorjahr. Im Gesamtjahr schrumpfte sie um zwei Prozent auf 3,25 Mio. Barrel. Shell muss also immer mehr investieren, nur um die sinkende Produktion alter Quellen auszugleichen.

Auch für 2009 sieht das nicht besser aus. Die Produktion werde gleich bleiben oder etwas schrumpfen, sagte van der Veer, der zur Jahresmitte den Spitzenposten an Finanzchef Peter Voser abgeben wird. „Ende des Jahres wird unsere Wachstumsperiode beginnen“, versprach Voser. In den Folgejahren werde der Konzern die zwei bis drei Prozent Produktionszuwachs im Jahr schaffen, die er sich vorgenommen habe.

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