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26.07.2011

13:43 Uhr

Ölkonzern

BP verdient 5,6 Milliarden Dollar

Selten fällt ein Vergleich mit dem Vorjahr so krass aus: Im zweiten Quartal 2010 hat BP noch ein Minus von 17 Milliarden Dollar verbucht. Jetzt hat der Ölmulti einen üppigen Gewinn gemacht. Sorgenfrei ist BP aber nicht.

BP verdiente im zweiten Quartal wieder richtig Geld. Quelle: Reuters

BP verdiente im zweiten Quartal wieder richtig Geld.

LondonDer britische Ölmulti BP findet auch ein Jahr nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko nicht auf seine frühere Erfolgsspur zurück. Zwar gelang dem Konzern nach einem Verlust von fast 17 Milliarden Dollar im Vorjahr mit einem Gewinn von mehr als fünf Milliarden im zweiten Quartal die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Anleger vermissen jedoch eine Strategie, die auch künftig sprudelnde Ölgeschäfte sichert. Die gescheiterte Kooperation mit dem russischen Staatskonzern Rosneft für die Ölförderung in der Arktis hat zuletzt Fragen aufgeworfen, wo der Konzern andere Lagerstellen ausbeuten kann. Die Förderung war im zweiten Quartal um elf Prozent zurückgegangen.

BP teilte mit, Wartungsarbeiten an einigen Plattformen in der Nordsee und in Angola sowie andauernde Ausfälle im Golf von Mexiko hätten im abgelaufenen Quartal die Produktion belastet. Dieser Effekt werde sich auch im zweiten Halbjahr auswirken. BP-Aktien reagierten mit Abschlägen von 2,6 Prozent und zählten zu den zweitgrößten Verlierern im FTSE-100-Index. Der neue BP-Chef Bob Dudley versuchte die Investoren davon zu überzeugen, dass BP langfristig Wachstum schaffen wird. Im Fokus stehe, neue Reserven noch in diesem Jahr anzuzapfen, um die Performance nächstes Jahr und 2013 zu verbessern. „Wir setzen uns dafür ein, dass sich der wahre Wert des Geschäftes stärker in unserem Aktienkurs widerspiegelt“, sagte Dudley.

Viele Anleger sind mit der Aktienkursentwicklung von BP unzufrieden. Trotz der Anstrengungen der Briten, die Ölkatastrophe ad acta zu legen, hat sich der Kurs im abgelaufenen Dreivierteljahr kaum verbessert. Einige Analysten, Banker und Investoren denken mittlerweile laut darüber nach, ob es für BP nicht das Beste wäre, den Konzern aufzuspalten, um die Bewertung wieder zu verbessern. Die US-Rivalen ConocoPhillips, Marathon Oil und Murphy Oil trennen beispielsweise Raffinerie und Verkauf voneinander. BP plant dies bisher nicht. „Andere Firmen haben ihre Strategien in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten klar überarbeitet. ExxonMobil baut weiter sein Shale-Gas-Geschäft in den USA auf, und Shell konzentriert sich auf Mega-Gas-Projekte. Aber was macht BP?“, kritisierte Dougie Youngson von Arbuthnot.

Von ExxonMobil und Royal Dutch Shell werden für das Quartal Gewinnsprünge von rund 50 Prozent erwartet. Beide Firmen legen am Donnerstag ihre Zahlen vor. BP erwirtschaftete in den abgelaufenen drei Monaten den Angaben nach einen Nettogewinn vor Bestandswertveränderungen von 5,31 Milliarden Dollar. Die Produktion von Gas und Öl sank um elf Prozent auf 3,43 Millionen Barrel Öläquivalente täglich. BP verkaufte Ölfelder, um mit den Einnahmen die Folgekosten der Katastrophe im Golf von Mexiko zu bezahlen.

Vor mehr als einem Jahr war die Bohrplattform „Deepwater Horizon“ explodiert und hatte eine der schlimmsten Umweltkatastrophen in den USA ausgelöst. Damals floss fast drei Monate lang ungehindert Öl ins Meer und richteten an Flora, Fauna, in der Fischwirtschaft und im Tourismus große Schäden an.

BP erhöhte zudem die Schätzungen für die Folgekosten erneut um 500 Millionen Dollar. Allerdings dürfte die Belastung für das Unternehmen insgesamt sinken, weil Partner von BP rund 1,1 Milliarden Dollar übernehmen. BP taxiert die Kosten für des Schließung des Öllecks an der Plattform „Deepwater Horizon“, die Beseitigung der Umweltschäden und die Entschädigung von Betroffenen auf mehr als 41 Milliarden Dollar.

Von

rtr

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