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31.07.2012

09:23 Uhr

Ölkonzern

Milliarden-Abschreibungen ziehen BP ins Minus

Exxon Mobil und Shell haben es vorgemacht, jetzt muss sich auch der Ölmulti BP von Traumgewinnen verabschieden. Nach einem Gewinn von rund 6 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum steht unterm Strich ein Verlust.

BP hat wegen einer Milliardenabschreibung für US-Geschäfte im zweiten Quartal einen Verlust verbucht. Reuters

BP hat wegen einer Milliardenabschreibung für US-Geschäfte im zweiten Quartal einen Verlust verbucht.

LondonDer britische Ölkonzern BP hat im zweiten Quartal wegen eines sinkenden Ölpreises und Wertberichtigungen rote Zahlen geschrieben. Im Berichtszeitraum fiel ein Verlust von 1,39 Milliarden US-Dollar (1,13 Mrd Euro) an nach einem Gewinn von 5,72 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Dienstag in London mitteilte.

Der Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten lag bei 238 Millionen Dollar, vor einem Jahr waren es noch 5,407 Milliarden Dollar. Der Konzern baut sich nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010 um und trennt sich von Unternehmensteilen. Das führt zu einer sinkenden Produktion - aktuell sind es acht Prozent weniger. Seinen Aktionären will der Konzern eine Quartalsdividende von acht Cent je Aktie zahlen.

Auch andere Ölmultis wie ExxonMobil und Shell müssen sich von früheren Traumgewinnen verabschieden. Die europäische Schuldenkrise und eine schwache US-Konjunktur drücken auf die Preise. Bei Shell sackte der Gewinn im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 53 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar ab.

Ausländische Energiekonzerne in Libyen

Ausländische Energiekonzerne in Libyen

Die tägliche Ölproduktion ausländischer Energiekonzerne in Libyen.

ENI

Der italienische Konzern förderte 2009 täglich rund 105.000 Barrel Rohöl.

Wintershall

Die Produktion der BASF-Tochter Wintershall lag bei 100.000 Barrel pro Tag.

Total

Die Fördermenge des französischen Ölkonzerns betrug rund 60.000 Barrel.

Conoco Phillips

Der US-Konzern Conoco Phillips förderte täglich 45.000 Barrel.

Repsol

Bei Repsol aus Spanien waren es noch 35.000 Barrel.

Hess

Hess (USA) förderte knapp über 20.000 Barrel.

Suncor

Die Produktionsmenge von Suncor aus Kanada lag 2009 bei rund 15.000 Barrel pro Tag.

Occidental

Auf den selben Wert von täglich 15.000 Barrel kommt Occidental aus den USA.

(Stand 2009, Quelle: Evaluate Energy)

Der weltgrößte Ölkonzern ExxonMobile spürte zwar auch die schwächeren Preise und litt unter einer gesunkenen Produktion. Allerdings päppelten die Texaner ihr Ergebnis mit Anteilsverkäufen auf, so dass unterm Strich ein Gewinn von 15,9 Milliarden Dollar herauskam - anderthalb Mal soviel wie im Vorjahreszeitraum. Ohne diese Sondereinnahmen verdiente der Konzern deutlich weniger.

Von

dpa

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