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29.04.2011

11:15 Uhr

Ölkonzern

Total verdient prächtig und ist in Kauflaune

Vondpa

Die Franzosen können ihren Gewinn dank hoher Öl- und Gaspreise verdoppeln. Nur die Krise in Libyen steckt der Energieriese nicht so gut weg. Der Konzern setzt verstärkt auf alternative Energien und greift mit Milliarden nach einer kalifornischen Solarfirma.

Der Überschuss legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 51 Prozent zu. Quelle: Reuters

Der Überschuss legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 51 Prozent zu.

ParisIm ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres bescherten stark gestiegene Preise für Öl und Gas Total ein kräftiges Gewinnplus. Der Überschuss legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 51 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zu, wie der Konzern in Paris mitteilte Die Förderung lag mit rund 2,4 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag allerdings um zwei Prozent unter der im Vorjahresquartal.

Hintergrund war unter anderem der Beginn des Krieges im Förderland Libyen. Aus dem nordafrikanischen Staat kommen nach Unternehmensangaben rund zwei Prozent der Jahresproduktion der Gruppe. Der Umsatz von Total legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 22 Prozent auf 46 Milliarden Euro zu.

Total will noch stärker in alternative Energien investieren. Die Franzosen planen, für knapp 1,4 Milliarden Dollar die Mehrheit am US-Solarunternehmen Sunpower zu übernehmen. "Die wachsenden geopolitischen Spannungen und die Folgen des Erdbebens in Japan werden die Gleichgewichte auf den Energiemärkten verschieben", erklärte Unternehmens-Chef Christophe de Margerie am Freitag. Angesichts dieser Herausforderungen werde Total weiter investieren, um besser auf Veränderungen bei der Energienachfrage und beim Energiemix reagieren zu können.

Die geplante freundliche Übernahme der Mehrheit am US-Solarunternehmen Sunpower hatte Total bereits am Vorabend angekündigt. Die Franzosen wollen 60 Prozent der Aktien für 23,25 Dollar pro Anteilsschein übernehmen. Dies entspreche einem Aufschlag von 46 bzw. 49 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom 27. April. "Die erneuerbaren Energien werden sich entwickeln und die konventionellen Ressourcen ergänzen", kommentierte Total. Man erwarte in den nächsten zehn Jahren ein starkes Wachstum des Solarzellen-Herstellers.

Die Übernahme wäre eine der größten eines Öl- und Gasriesen in den Markt für erneuerbare Energie. "Das ist ein Vertrauensbeweis eines viel größeren Unternehmens und ein genereller Vertrauensbeweis in die Solarbranche", sagte eine Analystin. Dies werde die Kurse in der Branche antreiben und Spekulationen schüren, wer als nächstes übernommen werden könne. Die Aktienkurse deutscher Solarfirmen wie Solarworld, Q-Cells oder SMA Solar schossen am Freitag bis zu sechs Prozent in die Höhe.

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